Hude - Die außerirdischen Musiker von Papergrass wollen nun abheben: Mit ihren zwei neuen Bandmitgliedern, den professionellen und erfahrenen Musikern Kristian Vogelberg (Keyboard) und der Sängerin Arminjana Cortéz, arbeitet die Spacerock-Band nun an einem neuen Album. Das soll ein besonderes Konzept haben. „Wir haben einen Planeten, von dem wir kommen: Azooly“, sagt Ralph Coquette (Bass und Gesang) augenzwinkernd. Das Album soll sich mit den Erdlingen beschäftigen und mit ihrer Arbeit, Ausbildung, ihrem Leben und warum sie nur selten das tun, was ihnen liegt und Spaß macht. „Für mich ist das die Musik“, sagt Coquette, der sich nun in Vollzeit der Musik von Papergrass verschrieben hat.
Wie beim Militär folgten viele Menschen in ihrem Berufsleben Befehle, ohne groß darüber nachzudenken, ergänzt Arminjana Cortéz. „Das Motto ist: Warum tut ihr nicht einfach das, was euch Spaß macht?“, sagt Cortéz. Das sei in der Musik zwar abgedroschen, jedoch folge sie diesem Leitfaden auch im eigenen Leben, genauso wie Frontmann Ralph Coquette.
Um Ausbildung und Beruf, um Nachteile in der dritten Welt bis hin zu Depressivität soll die Bandbreite der Themen reichen. Dazu ein Mix aus vielen Genres von Rock zu Pop über Blues-Rock und Psychedelic Rock, aber immer mit Space Rock als Leitfaden, der in den Stil einfließt.
Die Band werde immer professioneller. Zwei neue Bandmitglieder gibt es nun, die die singende Keyboarderin Viktoria Pisanko ablösen. Sie verfüge aufgrund neuer beruflicher Aufgaben nicht mehr über ausreichend Zeit für die nun wesentlich öfter zusammenkommende Band. Der große Pop-Hit „Mrs. Honeybee“, der schon im öffentlich rechtlichen Radio gespielt wurde und auch im Internet beliebt ist, werde aber auch in Zukunft nur von ihr gesungen. „Das ist ihr Lied“, betont Ralph Coquette und kündigt an, dass man auch zukünftig ab und zu mit Pisanko als Gastmusikerin auftreten wolle.
Mit dem Bremer Produzenten Nils Völker sollen nun weitere Schritte in Richtung Erfolg gemacht werden. Mit dem bereits veröffentlichen Song „I´m on my way“ wird eindrucksvoll gezeigt, wie ein sehr erfahrener Produzent, ein gutes Studio und die neuen Bandmitglieder bereits eine neue Tonart prägen: Rockig, spacig, kraftvoll und ein bisschen verrückt – Papergrass hat sich seit dem ersten Album im Jahr 2011 weiterentwickelt. „Der Sound hat sich total verändert“, findet Arminjana Cortéz. Die Gruppe bestehe größtenteils aus Amateuren, denen die neue professionelle Arbeitsweise im Studio noch fremd sei. Jedes Stück sei sieben bis acht mal gespielt worden, bis wirklich alle zufrieden waren. Ungewohnt für die alteingesessenen Papergrass-Musiker, aber zielführend.
Das Resultat ist einen großen Schritt von bisherigen Aufnahmen entfernt. Der Unterschied ist hörbar. „Wir hatten aber viel Spaß im Studio“, sind sich die Musiker sicher. Von Anfang an habe die Gruppe in der neuen Formation lässig zusammen gespielt, die Chemie habe einfach gepasst. Produzent Nils Völker gebe wichtige Tipps. So sollte Coquette nicht singen, als würde das Publikum vor ihm stehen, sondern als ob er sich hoch oben auf einem Regenbogen über den Menschen befinde. „Das hat einen Unterschied gemacht“, findet Coquette.
