„Totale Überraschung“ lautete der erste Kommentar von Pfarrer Karl-Heinz Vorwerk. von der katholischen Kirchengemeinde St.-Marien. „Wertfrei überrascht“, ergänzte er. Immerhin sei Ratzinger der erste, der als Papst ins Konklave ging und als Papst wieder herauskam. Pfarrer Vorwerk kann sich vorstellen, dass das Pontifikat des 78-Jährigen einen sanfteren Übergang von der Ära Johannes Paul II in eine andere Ära einläutet, um nicht den radikalen Umbruch zu vollziehen.

Vorwerk kennt Ratzinger noch als Dozent zu seiner Studentenzeit in Münster. Unter den Studenten galt er als moderner Theologe. Sein Buch „Einführung ins Christentum“ sei damals revolutionär gewesen.

Weshalb er später auf seine konservative Linie abgedriftet sei, habe vielleicht am engeren Umfeld seines Amtsvorgänger gelegen. „Warten wir es mal ab“, so Vorwerk, ich könnte mir vorstellen, dass er ein ,Seelsorger-Papst’ wird. Denkbar sei auch, dass „er die jungen Jahre wieder herauskehrt“.

Die Wahl eines Deutschen zum Papst hat Max Eltner, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Brake, ehrlich überrascht. Ratzinger sei ein bekannter Mann, aber er, so Eltner, hätte sich einen Jüngeren als den 78-Jährigen gewünscht, der sich der Probleme der katholischen Kirche annehmen könnte.