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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Architektur: Millionen-Konflikt um Konzerthaus

11.11.2019

Paris Die Alu-Fassade der Pariser Philharmonie glitzert im Wechselspiel von Licht und Schatten. Hinter der glänzenden Hülle des Konzerthauses jedoch tobt seit Jahren ein erbitterter Streit. Die Betreibergesellschaft des Konzerthauses fordert von Frankreichs Stararchitekt Jean Nouvel 170 Millionen Euro, weil die Philharmonie zu teuer geworden ist. Nun schlägt Nouvel zurück, nicht nur um seine Haut zu retten.

Statt rund 173 Millionen Euro soll der 23 000 Quadratmeter große, mehrstöckige Musikkomplex mit einem Hauptsaal mit 2400 Plätzen, 15 Proberäumen, einem Zentrum für Musikausbildung sowie einem Restaurant und Cafés offiziell mehr als 380 Millionen Euro gekostet haben. Das futuristisch anmutende Gebäude wurde im Januar 2015 eröffnet. Finanziert wurde es jeweils zu 45 Prozent vom Staat und der Stadt Paris, der Rest von der Region Ile-de-France.

Die geforderte Summe sei fast zehnmal höher als die Gebühren des Ateliers Nouvel, erklärten William Bourdon und Vincent Brengarth, die Anwälte des 74-jährigen Architekten. Für die Juristen kommt die Forderung einem Todesurteil gleich. Auf dem Spiel stehe die Existenz einer der größten Agenturen der Welt, sagten sie in französischen Medien.

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Mit ihrer Forderung ist die Betreibergesellschaft der Philharmonie vor das Tribunal de Grande Instance gegangen, dem Zivilgericht in erster Instanz, wo Streitwerte über 10 000 Euro verhandelt werden. Ihre Begründung: Nouvel habe ständig Veränderungen vorgenommen und die Kosten unterschätzt.

Dass die Kosten öffentlicher Bauprojekte explodieren, kommt häufig vor. Die Elbphilharmonie in Hamburg hat statt rund 80 Millionen Euro das Zehnfache gekostet. Jeder wisse, dass man Großprojekte wie Konzerthäuser weder für 80 Millionen noch für 173 Millionen Euro bauen kann, erklärte der Pariser Architekt Eric Delplanque. Nouvel werde zum Sündenbock für ein System, das an der Wirklichkeit vorbeigehe.

Die Forderung bezeichneten die beiden Anwälte deshalb auch als „absolut einzigartig“. Sie sei in der Welt der Architektur beispiellos. Nach erfolglosem Schlichtungsversuch hat Nouvel nun gegen die Betreibergesellschaft Klage bei der Finanz-Staatsanwaltschaft eingelegt. Sein Vorwurf: „übermäßige Gebührenerhebung“ und „Günstlingswirtschaft“. Die Betreiberfirma soll ohne seine Zustimmung und ohne wirkliche Konkurrenz mit dem französischen Konzern Bouygues zusammengearbeitet haben, ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Baugewerbe und Tiefbau.

Mit seiner Klage will Nouvel seine Zunft verteidigen. Er führe diese Schlacht auch im Namen eines „Architekten-Rechts“, das von den öffentlichen Auftraggebern immer weniger respektiert werde, zitierte ihn „Le Monde“.

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