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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Literatur: Der nächste Schock kommt bestimmt

23.02.2018

Paris /Oldenburg Auch wenn Michel Houellebecq vorläufig keine Interviews mehr geben will, macht der Star- und Skandalautor dennoch von sich reden. Denn am 11. April kommt ein Dokumentarfilm mit ihm und dem US-Sänger Iggy Pop in die französischen Kinos. Der Film „Rester vivant: méthode“ handelt von den Qualen eines Künstlers und von psychischem Leiden. Themen, die sich durch die Bücher des Bestsellerautors ziehen. Mit Spannung wird auch ein neues Buch von Houellebecq erwartet, der am 26. Februar 60 Jahre alt wird.

„Rester vivant: méthode“ (etwa: Am Leben bleiben: Methode) lehnt sich an den gleichnamigen Essay aus dem Jahr 1991 an. Der Film wurde 2016 von dem niederländischen Regieduo Reinier van Brummelen und Erik Lieshout gedreht und bislang nur auf wenigen Spezialfestivals für Dokus gezeigt.

In der 70-minütigen Adaptation verkörpert Houellebecq den 53-jährigen Bildhauer Vincent, der an einer mysteriösen Installation mit dem Titel „Das Geheimnis des Lebens“ arbeitet. Rockstar Iggy Pop liest dazu aus dem Essay.

Es ist nicht der erste Film mit und über Houellebecq. So feierte „Die Entführung des Michel Houellebecq“ von Guillaume Nicloux mit dem Autor in der Hauptrolle 2014 auf der Berlinale Premiere. Denn bevor der Schriftsteller zum „Enfant terrible“ der Literatur wurde, erlangte er ein Diplom als Landwirtschaftsingenieur und studierte Filmwissenschaften.

Geboren wurde er 1958 (nach anderen Quellen 1956) als Michel Thomas auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean. „Rester vivant: méthode“ gehört zu seinen frühen Veröffentlichungen.

Dass Houellebecq Ende Oktober sein angeblich letztes Interview dem deutschen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gegeben hat, erregte kaum Aufsehen. Reaktionen löste vielmehr die Tatsache aus, dass er die französische Übersetzung des Gesprächs für „Valeurs actuelles“ freigab. Die Wochenzeitschrift siedelt sich politisch im rechten Spektrum an.

Reaktionär, Islam-Hasser, Frauenfeind, Romantiker, Nihilist, Visionär: Houellebecq gehört zu den prominentesten und gleichzeitig umstrittensten Schriftstellern. In seinen Romanen seziert er unsere Zeit. Um die „political correctness“ kümmert er sich dabei wenig – wozu er auch steht. Er sei der Radikalste von allen, sagte er in einem Interview. Und so schockiert er regelmäßig. In dem 2001 erschienenen Buch „Plattform“ brachte er Gegner der Prostitution auf die Barrikaden, weil er seinen sexuell frustrierten Protagonisten nach Thailand schickte und den Sextourismus feierte. Einige hingegen erwählten ihn zum Visionär.

In seinem Roman „Unterwerfung“ zeichnet er ein Frankreich, das von Islamisten übernommen und regiert wird. Als Theaterstück lief „Unterwerfung“ auch lange im Oldenburgischen Staatstheater – als Einpersonenstück mit einem hervorragenden Jens Ochlast.

Houellebecqs neuer Roman wird mit Spannung erwartet. Erste Hinweise auf den Inhalt gab er kürzlich. In einem Interview verkündete er, dass sein nächstes Buch mit Gefühlen zu tun haben werde.

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