Oldenburg/Midlothian - Glück gehabt. Zur rechten Zeit am rechten Ort nachgefragt, und jetzt hat das Herbartgymnasium nach jahrelanger Suche endlich eine Partnerschule in den USA gefunden. 16 Schülerinnen und Schüler aus der 10. Jahrgangsstufe mit ihren Begleitlehrern Dennis Hillebrand und Gisela Schmidt besuchen zur Zeit für knapp drei Wochen (bis zum 17. April) die Midlothian High School in einem Vorort von Richmond.

Richmond, Hauptstadt des Bundesstaates Virginia, Heimatstadt von Edgar Allan Poe, heftig umkämpft und fast vollständig zerstört im amerikanischen Bürgerkrieg, wiederaufgebaut zu „der“ Metropole des Südens, liegt etwa zwei Stunden mit dem Auto südlich von Washington D.C.

„Moin and welcome to America.“ Mit diesen Worten begrüßten die amerikanische Lehrerin Susanne Böer und einige ihrer Schüler die Oldenburger bei ihrer Ankunft am Dulles Airport in Washington D.C. Bevor es mit dem Zug weiter nach Richmond ging, hatte die Delegation aus dem HGO drei Tage Zeit, die Hauptstadt der USA und einige ihrer Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Und das hauptsächlich zu Fuß.

„In Richmond wurden wir überaus offen und freundlich von den Gastfamilien in Empfang genommen. Noch waren Frühlingsferien, so dass unsere Schüler Zeit hatten, ihre Gastgeber kennenzulernen und mit ihrer Unterstützung in das amerikanische Leben einzutauchen“, berichtet Dennis Hillebrand.

Private Unternehmungen, eine Willkommensparty und ein gemeinsamer Ausflug in die Blue Ridge Mountains zum Wandern und ein Besuch des Wohnsitzes von Thomas Jefferson, einem der Verfasser der Unabhängigkeitserklärung, standen auf dem Programm.

Anfang dieser Woche dann der erste Schultag. Der erste Eindruck: Alles ist sehr anders als in Oldenburg. Mehr als 1500 Schüler, von denen sehr viele schon mit 16 Jahren mit dem Auto zur Schule kommen, ein Labyrinth von fensterlosen, klimatisierten Gängen, eine Sporthalle, die sechsmal so groß ist wie die HGO-Turnhalle, und gleich zwei Schulkrankenschwestern gehören zur Midlothian High School.

„Unsere Schüler nehmen einerseits ganz normal am Unterricht teil, andererseits haben sie auch eine Botschafterrolle, denn sie werden Deutschland und speziell Oldenburg in zu Hause vorbereiteten Präsentationen vorstellen“, erklärt Hillebrand. Grünkohl und Boßeln, die Bedeutung des Fahrrads als Nahverkehrsmittel, das Wattenmeer und der Kramermarkt werden die amerikanischen Schüler sicher erstaunen.

Der Austausch zwischen der Midlothian High School und dem HGO ist für beide Seiten ein Glücksfall. „Amerikanische High Schools sind als Partnerschulen weltweit sehr begehrt und schwer zu finden,“ weiß Dennis Hillebrand, der den Austausch gemeinsam mit Gisela Schmidt organisiert hat.

„Erfreulicherweise ist Frau Böer von der Midlothian High School auf unsere online geschaltete Anzeige aufmerksam geworden. Sie stammt aus Osnabrück und hat in Oldenburg studiert. Daher war es ihr ein Anliegen, einen Austausch mit einer Oldenburger Schule zu realisieren.“

Der Gegenbesuch der Amerikaner ist vom 19. Juni bis zum 9. Juli in Oldenburg geplant.