Oldenburg - 15000 Besucher können nicht lügen – und leicht Beschickerte sagen ja auch meist die Wahrheit: „Wahnsinn, das ist wie ein richtiges Stadtfest!“, jubiliert Sabine bierselig, „jeeeha!“.

Solch gute Laune ist an einem bewölkten Sonntagnachmittag nicht unbedingt selbstverständlich. Auf dem Schlossplatz aber – hier klirrten seit Freitag (NWZ  berichtete) die Biergläser von der Tulpe bis zum Krug – galt das nicht. Das erste Oldenburger Bierfest hatte an drei Tagen jede Menge Besucher regelrecht verführt. Ob es eine Wiederholung gibt, hängt wohl einzig und allein an der Stadtverwaltung. Denn Veranstalter Michael Solms ist auf den Geschmack gekommen: „Wir hatten zwar kein richtiges Biertrinkwetter, aber das hat die Oldenburger nicht gestört – wenn die Stadt einverstanden ist, wären wir im nächsten Jahr gern wieder hier“.

Das wünscht sich wohl auch ein Großteil der Besucher. Abgestimmt wurde bereits dafür. Nicht mit Händen und auch nicht mit den Füßen, sondern mit Durst. Und zwar reichlich. „Am Sonnabend gab es zwischenzeitlich keine Gläser mehr – und am Freitag war es ganz ähnlich“, so Solms. Stress habe deswegen aber keiner gemacht, im Gegenteil. Alle Besucher seien „unglaublich entspannt“ gewesen. In Kurzform: „Eine glatte Eins für Oldenburg.“

Heineken, Störtebeker, Berliner Weiße oder Auricher Probier, dazu noch gefühlt tausend weitere Biere aus aller Welt: Die Mischung machte es offenbar an diesem Wochenende. Während vor der Bühne am Sonntagnachmittag zu Folkmusik getanzt wurde, tranken Besucher 30 Meter Luftlinie entfernt ein Asahi oder Tsingtao. „Geht runter wie Wasser“, sagt ein junger Mann und ordert schon den nächsten herben Asiaten „mit leicht süßlichem Abgang“, wie der Hannoveraner „Kneipier“ Mark Schulze sagt. Der wirkt nun so gar nicht asiatisch, weiß aber offenbar alles über die dortige Bierkultur – und scheut sich auch nicht, seinen Kunden davon in schmückenden Worten zu berichten.

Ein paar Stände weiter gibt’s „San Miguel“ fürs wiedererwachte Urlaubsgefühl, dann irisches „Murphy’s“, passend zum Folk auf der Bühne – und schließlich noch ein wenig Helene Fischer auf der anderen Seite des Schlossplatzes als musikalische Beilage fürs „Porter Kirsch“. Jeder halt so, wie er mag.

Nun lässt sich über Bier vortrefflich philosophieren, über Spanferkel aber nicht. „Nur Kruste? 12 Euro!“ steht auf der Mütze von Dietmar Herfort, der nun schon das dritte Ferkel samt zahlreicher Teilstücke grillt. „Rund 250 Kilo“ habe er hier verkauft, weil es „einfach perfekt zum Bier passt“. Und Bier – na, das scheint ja auch ganz gut zu Oldenburg zu passen.