Jever - Zwei Bratschisten, vier Hände und ein Instrument, das hässliche Entlein, das durch den Gobelinsaal watschelt, leidenschaftliche Trink- und Liebeslieder und ein Streichquartett, das Marschmusik spielt: Pralle musikalische Vielfalt steht beim Wandelkonzert am Freitag, 9. September, ab 19 Uhr im jeverschen Schloss auf dem Programm.
Bewährt hat sich, dass die Konzertgäste tatsächlich durchs gesamte Schloss wandern – und manchmal auch irren – um die nächste Darbietung zu finden.
Zum Finale haben Organisatorin Christel Ney und Dramaturg Dr. Andreas Heinen wieder lauter Lieblings-Ensembles eingeladen: Die vier Saxofonisten von Pindakaas blasen sich quer durch die Musikgeschichte. Schräg wird es in der Fürstlichen Galerie, wenn das Bernadel-Streichquartett ein „Repertorium für Militärmusik“ darbietet. Da spielt das Cello falsche Basstöne, weil „beim Kaiserbass ein Ventil eingefroren ist“. Oder es spielen beim finalen Marsch die Taktarten verrückt und die Musik gerät ins Stolpern.
Der Hausorgel im Gobelinsaal wird Reinhard Gräler ganz anachronistisch Musik aus dem 20. Jahrhundert entlocken. Auch das „Hässliche Entlein“ erwartet die Gäste im Gobelinsaal. Danach ist es wohl Zeit für das Büfett, das Stefan Eden vom Schützenhof auffahren wird.
Dann warten auch schon Men at Voice mit Popsongs, Trink- und Liebesliedern, Gospel- und frechen Songs. Und weiter geht’s mit einem Termin beim Friseur: Das Trio Coiffeur dient mit Jazz-Standards, lateinamerikanischen Schmankerln und Eigenkompositionen. Im Biedermeierzimmer arbeiten sich Lothar Nierenz und Kathi Kelsh vierhändig an einer Bratsche ab.
