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NWZonline.de Nachrichten Kultur Personen

Regisseur Neil Jordan Wird 65: Der Oscar-Gewinner, der lieber Romane schreibt

20.02.2015

Dublin Neil Jordan findet, er habe keinen Beruf. „Ich schreibe doch nur und mache Filme“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur, „da verbringt man so viele Wochen und Monate mit Warten.“ Immerhin hat der Ire inzwischen bei 20 Filmen Regie geführt und für viele davon auch die Drehbücher verfasst. Er drehte den Thriller „The Crying Game“, für dessen Skript er einen Oscar gewann, „Interview mit einem Vampir“ mit Brad Pitt und Tom Cruise in den Hauptrollen und die Papst-Historienserie „Die Borgias“. Dazu kommen bislang sechs Bücher. Am Mittwoch (25.2.) wird er 65 Jahre alt. Und er hat viel vor.

Ein neuer Roman ist in Arbeit und soll 2016 erscheinen. „Und ich denke darüber nach, einen Film in Irland zu drehen“, erzählt Jordan. Auch eine weitere Serie reize ihn, „wenn ich wieder so interessanten Stoff finde.“ Hauptsächlich will er sich aber aufs Bücherschreiben konzentrieren. Denn dabei redet ihm keiner rein. „Bei Filmen wollen viele Leute das Produkt beeinflussen. Wenn ich ein Buch schreibe, dann ist das meines. Dann bin ich mein eigener König“, sagt er. Allerdings sei er im Ausland und in seiner irischen Heimat viel bekannter als Filmemacher. „Es ist wie ein Fluch. Eigentlich bin ich doch Autor.“

Es sei inzwischen auch schwierig, Filme mit mittelgroßem Budget zu drehen, die ihn bekanntgemacht haben. „Man muss heute wählen, entweder Low-Budget-Produktionen oder Hollywood-Blockbuster.“ Als so einer könnte „Interview mit einem Vampir“ zwar durchaus gelten, im Rückblick nennt Jordan aber zwei andere Filme als seine besten: Die Graham-Greene-Verfilmung „Das Ende einer Affäre“ von 1999 und „The Butcher Boy - Der Schlächterbursche“, für den Jordan bei der Berlinale 1998 einen Silbernen Bären gewann. „Sie sind gut, gut gemacht. Ich musste beide Male komplizierte Romane anpassen.“

Vor komplizierten oder kontroversen Stoffen schreckte der 1950 im irischen Sligo geborene Schreiber und Regisseur nie zurück. Debatten löste vor allem „Michael Collins“ über den irischen Freiheitskämpfer aus, aber auch schon sein Regiedebüt „Angel“, dessen Handlung in den Nordirlandkonflikt eingebettet ist. In seinen Büchern, die bereits diverse Preise gewonnen haben, ist die politische Geschichte (Nord-)Irlands ebenfalls immer wieder Thema.

In der Öffentlichkeit wirkt Jordan dagegen bisweilen nicht so souverän: „Wenn man seine nervöse Körpersprache sieht, glaubt man kaum, dass er eine lange und erfolgreiche Karriere erlebt hat“, schreibt etwa der irische „Independent“. Schauspieler Ralph Fiennes, der in „Das Ende einer Affäre“ mitgespielt hat, lobt dagegen Jordans Haltung am Set: „Er will nie etwas durchdrücken“, sagte der 52-Jährige („Grand Budapest Hotel“) dem „Guardian“. „Ich finde einfach, dass er sehr kooperativ, sehr offen ist.“

Jordan ist in zweiter Ehe verheiratet und lebt in Dublin. Bei allem Erfolg gibt es einen Karrierewunsch, der ihm bislang versagt geblieben ist: Selbst vor der Kamera zu stehen. „Ich wurde nie gefragt“, räumt er ein, nur in einem unbekannten irischen Independentfilm habe er mal mitgespielt. Er würde aber gern gefragt - „zum Beispiel von Roman Polanski.“

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