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Bruno Bruni Wird 80: Kürzertreten? Nein!

19.11.2015

Hannover Er zählt zu den bekanntesten in Deutschland lebenden italienischen Künstlern: Am kommenden Sonntag (22. November) feiert Bruno Bruni seinen 80. Geburtstag. Vor mehr als 30 Jahren hat der Maler und Bildhauer eine historische Badeanstalt in Hamburg-Altona gekauft und zum Wohnatelier umgebaut. Hier arbeitet er immer noch täglich. „Ich male jetzt kitschige Bilder - zum Beispiel Sonnenuntergänge und Chamäleons“, sagte der Künstler in Hannover, wo er die Wochenenden gemeinsam mit seiner Ehefrau und Galeristin Marita Bruni verbringt. Der Sohn eines Schrankenwärters aus der Nähe von Rimini kam 1960 nach Deutschland.

In den 1980er Jahren wurde Bruni vor allem aufgrund der Vermarktung seiner Motive auf Postern, Postkarten oder Kalendern populär. Kritiker rügten seine Werke hingegen unter anderem als „Wandschmuck fürs Wohnzimmer“. Der Italiener beschäftigte sich immer wieder mit dem weiblichen Körper, schuf Frauenakte aus Marmor und Lithografien von Umarmungen.

Bruni will bei „Cuneo“ auf St. Pauli in seinen Geburtstag hineinfeiern. Das traditionsreiche italienische Restaurant ist bei Künstlern genauso wie bei Kiez-Größen beliebt. Eingeladen sind prominente Freunde des Künstlers wie Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) und Boxer Dariusz Michalczewski.

Gibt es etwas, das Bruni nach 55 Jahren noch in seiner Wahlheimat nervt? „Die Besserwisser“ fallen Bruni spontan ein. Ihm sei häufig vorgehalten worden, Italien sei doch korrupt. „Jetzt bin ich ein wenig schadenfroh, weil es hier auch Skandale gibt“, sagte er mit Blick auf Vorwürfe gegen den DFB rund um die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006.

Bruni studierte in den 1950er Jahren zunächst am Istituto d’Arte in Pesaro, nach einem Jahr in London begann er 1961 sein Studium an der Hochschule für bildenden Künste in Hamburg. Dort wurden Georg Gresko und Paul Wunderlich seine Lehrer. Vor drei Jahren hatte Bruni in der Hamburger Fabrik der Künste eine Retrospektive. Nach einer Ausstellung in der Nationalgalerie von Armenien in Eriwan will er im kommenden Jahr in Georgiens Hauptstadt Tiflis seine Werke präsentieren.

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