Bösel - Wohl behalten sind am Sonnabendnachmittag Frank Linke, Reinhold Willenborg, Hans-Dieter Bendig, Günter Scheloske, Jürgen Dirks, Martin Willenborg und Pfarrer Stefan Jasper-Bruns aus Litauen zurückgekehrt. „Es ist alles gut verlaufen“, fasste Frank Linke vom Litauenausschuss der Böseler Kolpingfamilie zusammen. Auch der 17. Hilfstransport der Kolpingfamilie Bösel hatte Miroslavas zum Ziel. Hier wurden Orte der näheren Umgebung und Kaunas zur Verteilung von Hilfsgütern angefahren.
Als Hilfsgüter hatte die Böseler Gruppe unter anderem Kleidung, Schuhe, Hygieneartikel, Matratzen, Lebensmittel, Fahrräder und Rollatoren dabei. Auch Schreibtische für eine Schule und ein digitales Zahnröntgengerät gehörten zu den Hilfsgütern.
Schulen und Heime
Besucht wurden neben den Familien auch Schulen, Pfarrgemeinden, ein Altenheim und ein Waisenheim. Ein Abstecher führte die Gruppe zum Berg der Kreuze.
Gestartet waren die Helfer der Kolpingfamilie am Sonnabend, 19. September, morgens um 6 Uhr mit einem Lastwagen mit Auflieger sowie einem Begleitfahrzeug. Die Zugmaschine war von der Spedition Lübbe gestellt worden, der Auflieger von der Osteuropahilfe Garrel und das Begleitfahrzeug von den Maltesern aus Lutten-Goldenstedt. Die Böseler hatten in den vergangenen Wochen viel gesammelt und gespendet, um diesen Hilfstransport zu ermöglichen.
Spenden für Familien
Die Kolpinger übernachteten – wie bereits bei ihren vorigen Fahrten – bei Gastfamilien. Auf dem Hinweg legten sie eine Übernachtung in Polen ein.
Die Böseler besuchten auch Familien und übergaben ihre Spenden direkt. Denn die Litauen-Fahrer haben sich zum Ziel gesetzt, direkt dort zu helfen, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird – und das sei häufig auf dem Lande der Fall. Dort könne beobachtet werden, dass die Jugend wegzieht. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander.
Diese Erkenntnis hat auch Pfarrer Stefan Jasper-Bruns gewonnen. Der Böseler Geistliche, der den Hilfstransport zum ersten Mal begleitete, war nachgeflogen und schilderte am Montag im Gespräch mit der NWZ seine Eindrücke: Erschüttert habe ihn nicht nur die Ärmlichkeit auf dem Lande, sondern auch die Perspektivlosigkeit der Bewohner. Die Hilfstransporte hätten nach wie vor ihre Berechtigung, sagte der Pfarrer.
Besonders beeindruckt zeigte sich der Pfarrer auf der anderen Seite von der Gastfreundschaft. „Die Aufnahme dort war sehr herzlich.“ Die Böseler seien bei vielen mittlerweile bekannt.
Nicht bekannt waren sie aber beim neuen Pfarrer in Miroslavas. Dort war Stefan Jasper-Bruns untergebracht.
