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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Geschichte eines konservativen Theaterrebells

23.09.2017

Frankfurt /Main Er gehörte zu den Theaterrebellen der 60er und 70er Jahre. Peter Stein gilt ebenso wie Claus Peymann als einer der Gründerväter des zeitgenössischen westdeutschen Schauspieltheaters – und muss sich ebenso wie Peymann immer wieder mit Kritik auseinandersetzen. Die Gründe für die Auseinandersetzungen allerdings haben sich geändert: In ihren Anfangsjahren galten Regisseure wie Peter Stein als zu modern, heute als konservativ.

Am 1. Oktober wird Stein 80 Jahre alt. Der gebürtige Berliner debütierte 1967 mit Edward Bonds „Gerettet“ an den Münchner Kammerspielen. Es folgten Stationen in Bremen und Zürich, wo ihm nach kurzer Zeit gekündigt wurde, weil seine Inszenierungen für einen großen Teil des Publikums zu radikal waren. Schon früh bildete sich das Ensemble heraus, mit dem zusammen er später die Berliner Schaubühne prägte. Er übernahm das Theater 1970 und leitete es bis 1985.

Es war seine erfolgreichste Zeit. Stein und die Schauspieler wurden gefeiert, Edith Clever, Jutta Lampe, Angela Winkler, Bruno Ganz oder Otto Sander. Ibsens „Peer Gynt“, Kleists „Prinz von Homburg“, Gorkis „Sommergäste“, Botho Strauß’ „Groß und klein“ oder Aischylos“ „Orestie“ setzten Maßstäbe. Als Intendant holte Stein mit Luc Bondy, Klaus Michael Grüber, Frank-Patrick Steckel und Robert Wilson hervorragende Regisseure – außer Peter Zadek – an sein Haus. Darunter waren auch Künstler, die ein ganz anderes Theater machten als er selbst.

Nach 1985 hat Peter Stein dann an vielen Theatern frei gearbeitet, auch Opern inszeniert. Im Sommer 2000 brachte er zur Expo in Hannover beide Teile des „Faust“ ungekürzt auf die Bühne. Zumindest das Publikum war begeistert, Goethes Werk ohne interpretierende Regieeingriffe zu erleben. Seine Maxime lautet: „Was ich mache, ist kein Bildertheater, kein Actiontheater, sondern Texttheater.“

Heute lebt Stein mit seiner Frau, der italienischen Schauspielerin Maddalena Crippa, in Umbrien auf einem Bauernhof.

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