PETERSFEHN - „Herr Logemann, ich lade Sie und Ihre Frau ein, mit mir meinen 50. Geburtstag zu feiern“, klang es vor einigen Wochen aus dem Telefonhörer beim Petersfehner Friedhelm Logemann. Gern wären er und seine Frau Erika dieser Einladung gefolgt – nur fand die Feier in der Peruanischen Hauptstadt Lima statt. Eine Reise dahin war so kurzfristig nicht möglich. „Gut, wenn Sie nicht kommen können, dann komme ich zu Ihnen“, war die Antwort.

Pünktlich zum Geburtstag waren Charo Zamudio und Ehemann Javier Ojeda-Merino an der Wildenlohslinie in Petersfehn. Erika und Friedhelm Logemann organisierten gemeinsam mit dem Kegelverein, dem der Peruaner in der Zeit seines Ammerlandaufenthalts angehört hatte, eine schöne Feier.

Vor 24 Jahren, im Jahre 1987, hatte Ojeda-Merino ein Stipendium für eine Fortbildung seines Maschinenbau-Studiums in Deutschland erhalten. Das Praktikum fand in einer Oldenburger Maschinenfabrik statt, in der Friedhelm Logemann die Ausbildung leitete. Während dieser rund 20-monatigen Zeit lernte der damalige Student das Leben im Ammerland kennen und lieben. Er ging kegeln und spielte beim TuS Petersfehn Volleyball.

Der Kontakt zu seinem Zimmerwirt Logemann riss aber auch nach der Rückkehr nach Südamerika nicht ab. Regelmäßig wurde ausgiebig telefoniert.

In Lima ist der Maschinenbauingenieur auch Vorsitzender des „Vereins Deutsche Sprache“, der weltweit Deutsch als eigenständige Kultursprache fördert. Diese Gruppe trifft sich wöchentlich, um deutsch zu sprechen. Gefördert wird das auch durch eine in deutscher Sprache verlegte Zeitung.

Im Ammerland schwärmen sie von der Gastfreundschaft, der schönen Luft, dem vielen Grün, dem Korn aus dem Zinnlöffel im „Spieker“ – und von der Disziplin der Autofahrer. Besonders aber genossen die Gäste aus Südamerika die Teezeremonie mit ihren Gastgebern.

Die Verhältnisse in Peru seien zumindest teilweise mit denen in Deutschland zu vergleichen, stellt Javier Ojeda-Merino heraus. Sein Urlaubsanspruch beträgt 30 Tage, die wöchentliche Arbeitszeit liegt allerdings bei 48 Stunden. Die dortigen Lebenshaltungskosten würden sich den geringeren Einnahmen anpassen, erzählt er. Eine Rentenzahlung, die mit einer privat abgeschlossenen Versicherung aufgestockt werde, setze mit dem 65. Lebensjahr ein.

Bei der Familie Logemann hätten sie sich wieder „wie zu Hause“ gefühlt, bekannten sie bei ihrer Abreise. Und versprachen ein Wiederkommen. Und diesmal soll es nicht so lange dauern: In zwei Jahren, anlässlich der Goldenen Hochzeit ihrer Gastgeber, wollen Javier Ojeda-Merino und Charo Zamudio erneut das Ammerland aufsuchen.