Bösel - Neun Mitglieder der Weinrunde Bad Dürkheimer aus der Weinbruderschaft der Pfalz haben am Donnerstag den „Hahnenberg“ von Theo Gelhaus in Bösel-Overlahe besucht – und natürlich den Wein aus Gelhaus’ Südhang probiert. „Ich nehme das sehr ernst, was hier im Norden gemacht wird“, sagte Hans-Jürgen Schweizer, der die Gruppe führte und die Fahrt organisiert hatte, in Bezug auf den Weinanbau im Norden.

Schweizer hatte über seine Tochter, die in Oldenburg wohnt, von der Norddeutschen Weinstraße und dem „Chateau de Garage“ von Rolf Oetter in Oldenburg gehört. Nach einem Besuch organisierte er schließlich Fahrten in den Norden – zunächst nach Oldenburg zu Oetter, nun nach Bösel zu Theo Gelhaus. Schweizer ist selbst Hobby-Winzer – und Mundartdichter, wie er auch bei der Stippvisite an der Overlaher Straße unter Beweis stellte.

An der Norddeutschen Weinstraße, die ihren Anfang in Bösel bei Theo Gelhaus nimmt, stünden mittlerweile fast 75 000 Reben mit rund 20 Winzern, informierte Oetter die Gäste. Der Wein in Norddeutschland sei so unverwechselbar wie der von der Mosel, schwärmte Oetter. Das liege vor allem am salzhaltigen Boden. Das heute auch im hohen Norden ebenfalls erfolgreich Wein angebaut werden könne, liege an den neuen Rebsorten.

Über die hohe Qualität nördlicher Weine hatte schon Werner Faden in seinem Buch „Der Weinstock am Haus“ von 1999 geschwärmt. Und auch Oetter urteilt über den Wein „aus dem Südhang vom Hahnenberg“ selbstbewusst: „Theo macht hier einen Wein, der weitaus besser ist als das, was teilweise in Süddeutschland gemacht wird.“

Theo Gelhaus hofft indes auf ein qualitativ hochwertiges Jahr, wenn auch der Ertrag nicht mit dem des vergangenen Jahres mithalten können werde. Das zeichne sich schon jetzt ab, seien doch wesentlich weniger Trauben an den Reben. Vergangenes Jahr seien es so viele Trauben gewesen, dass sie die Rebe ausgezehrt hätten. Muscat Bleu, Spätburgunder, Riesling und Cabernet sind die Rebsorten, die Theo Gelhaus anbaut. „Vor allem die Roten“ funktionierten in dieser Region sehr gut, weiß der passionierte Winzer, der völlig ohne Chemikalien wie Schwefel arbeitet.

Ausgezeichnet schmeckte der Wein aber nicht nur den Gästen aus der Pfalz. Auch Norman Heckel aus East-London in Südafrika mundete der Cabernet-Regent aus Bösel, wie er betonte. Heckel ist derzeit zu Besuch bei Rolf Oetter in Oldenburg und arbeitet mit ihm in dessen Weinberg.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)