Friesoythe - Nach vierjähriger Dienstzeit ist Lennart Krauel ab sofort nicht mehr Pfarrer der ev.-luth. Kirchengemeinde Friesoythe. Das gab der 43-Jährige am Sonntag in der Michaeliskirche bekannt. Er verzichte aufgrund einer schweren Erkrankung auf die Pfarrstelle. Es gehe ihm zwar wieder gut, doch sein gesundheitlicher Zustand mache es ihm dennoch nicht weiter möglich, die 3000 Gläubige umfassende Kirchengemeinde mit der vollen Verantwortlichkeit zu führen – seit Januar ist er krank geschrieben. Daher habe er sich für diesen Schritt entschieden.
„Ich bedaure es sehr, Friesoythe zu verlassen. Es hat mit hier immer sehr gut gefallen und nette Menschen kennengelernt“, sagte Krauel im Gespräch mit der NWZ . Vor allem der Kontakt zu den Schulen und der Kommune habe ihm gut gefallen. Und auch das gute Verhältnis zur katholischen Kirchengemeinde „habe ich sehr genossen“, so Krauel. Er gehe daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Der Geistliche wird in Absprache mit dem ev.-luth. Oberkirchenrat Oldenburg nach entsprechender Fortbildung übergemeindliche Aufgaben übernehmen. Ein Schwerpunkt seiner künftigen Tätigkeit sieht Krauel in der Seniorenarbeit. Er wird demnach keine neue Pfarrstelle übernehmen, aber sehr wohl in Vertretung Gottesdienste übernehmen. Die neuen Aufgabenfelder bedingen auch einen zeitnahen Umzug nach Oldenburg (Krauel: „Der 17. Umzug in meinem Leben.“).
Der Gemeindekirchenrat, so heißt es in einer offiziellen Mitteilung, zeige großes Verständnis für diesen Schritt und danke Pfarrer Krauel für seine Arbeit. Dem Dank des Gemeindekirchenrates schloss sich auch Kreispfarrer Michael Braun an und wünschte Krauel für seinen weiteren beruflichen Weg Gottes Segen. Die Pfarrstelle in Friesoythe werde „schnellstmöglich ausgeschrieben und neu besetzt“, so Braun. In der Übergangszeit wird zunächst Pfarrerin Hiltrud Warntjen die Vertretung weiter übernehmen.
Pfarrer Lennart Krauel wird seinen Abschiedsgottesdienst gemeinsam mit Kreispfarrer Braun am Sonntag, 22. Juni, um 10 Uhr in der Michaeliskirche feiern. Beim anschließenden Kirchenkaffee im Gemeindehaus wird dann Gelegenheit sein, sich persönlich zu verabschieden.
