Sannum - Der damalige Huntloser Pastor Burkhart Christian Bojak gab einst den Anstoß. Er war zugleich Bundeswehrseelsorger bei der Marine und so lag der Gedanke nahe, bei der Reservistenkameradschaft (RK) Huntlosen um Unterstützung zu bitten. Das war 1990. Seitdem liegt die Pflege der Kriegsgräberstätte „Ehrenfriedhof Sannum“ in den Händen der Huntloser Reservisten.

Am Sonnabend waren sie mit 14 Mann insgesamt rund sieben Stunden im Einsatz, um unter der Leitung von Ralf zu Klampen und des Vorsitzenden Mario Addicks den Friedhof auf Vordermann zu bringen. „25 Steinkreuze hatten sich vom Fundament gelöst und mussten mit Mörtel und Eisenstangen neu fixiert werden“, berichtet Addicks vom Schwerpunkt der Arbeiten in diesem Jahr. Allgemeine Reparaturen und Reinigungsaufgaben kamen wie immer hinzu. Dabei hatten die Reservisten auch wieder Hilfe von der Freiwilligen Feuerwehr Huntlosen und vom Bürgerverein Huntlosen. Die Wehr unterstützte mit einem Fahrzeug bei Wasser und Strom, der Verein ließ die aufbereitete Eichen-Sitzbank wieder aufstellen.

Beim Arbeitseinsatz schauten Bürgermeister Thorsten Schmidtke und Evelyn Kremer-Taudien vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge (VDK) vorbei. Beide bedankten sich bei den Mitgliedern der RK Huntlosen für den Einsatz. Das Verbrauchsmaterial für den Arbeitseinsatz finanzierte die Gemeinde Großenkneten.

Kremer-Taudien zeigte sich beeindruckt von dem Engagement und der Zusammenarbeit der Huntloser Vereine. „Eine gepflegte und vorzeigbare Gedenkstätte ist für die Angehörigen sehr wichtig. Im heutigen Internet-Zeitalter machen sich viele Angehörige auf die Suche nach der letzten Ruhestätte ihrer Angehörigen“, berichtete die Abgesandte vom Volksbund. Dass der Friedhof in Sannum besucht wird, zeigen immer wieder die abgelegten Kerzen, Kränze und kleinen Holzkreuze.

Auch in den kommenden Jahren wird es bei der Kriegsgräberstätte einiges zu tun geben, wie Vorsitzender Addicks berichtete. So sei eine neue Zaunanlage nötig, da die vorhandene anfange zu verfaulen. Zudem möchte sich Jens Appel zusammen mit dem Volksbund um eine Geschichts- und Erinnerungstafel bemühen. Zusätzlich gibt es Anregungen, über eine zusätzliche Sitzgelegenheit mit Tisch und eine Überdachung für Besucher nachzudenken.

Während des Arbeitseinsatzes gab es für alle Helfer Frühstück und Mittagessen. Später schloss sich das erste Maibaumbewachen der Reservisten auf dem Hof Addicks in Döhlen unter der Leitung von Carsten Meyer an.