Schlutter - Platt uncool? – „Überhaupt nicht!“, findet Tobias (10). „Es macht einfach Spaß, auf der Bühne zu stehen. Man kann es nur empfehlen!“ Zusammen mit zehn anderen Kindern und Jugendlichen probt der Bergedorfer seit Anfang April immer donnerstags für den Sketch „Schoolfree – dat weer woll nix!“ aus der Feder von Linda Timmermann. Sie leitet, unterstützt von Anja Brinkmann, Heike Kroog und Karla Struthoff, die „Koppel-Kinner“ – die Jugendgruppe der Speelkoppel Hoyerswege.

Die Koppel-Kinner gehören seit Jahren fest dazu, wenn das Laientheater-Ensemble auf die Bühne tritt: Die „Kleinen“ sind die Vorgruppe der „Großen“. So ist es auch beim neuen Freiluft-Theaterstück wieder. Das feiert am Freitag, 26. Juni, Premiere. Bevor die Komödie beginnt, gehört die Bühne vor dem Hoftor für 20 Minuten dem Nachwuchs.

Platt geschnackt wird bei den Koppel-Kinnern – von denen einige die Regionalsprache erst durchs Schauspielern gelernt haben – nicht nur auf der Bühne. „Wir haben sogar eine Whatsapp-Gruppe, in der wir auf Platt schreiben“, berichtete Linda Timmermann am Donnerstag am Rande der Probe auf dem Hof Hegeler in Schlutter.

„Ich konnte das früher nur verstehen, aber nicht sprechen“, sagte Lara (9). „Ich gehe jeden Donnerstag mit viel Freude zur Probe und rede jetzt sogar mit Oma und Opa Platt.“ Fabian (11) war es wichtig zu betonen, dass auf der Bühne auf eine moderne Sprache geachtet werde. Und nicht nur das. „Wir lernen auch, die Bühne auszunutzen und Gesten zu verwenden.“

Im Stück geht es um ein Thema, mit dem sich die elf Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 15 Jahren bestens auskennen: die Schule. „Wir sind eine Klasse mit total verschiedenen Charakteren – einem Streber, einer Petze, einem Klassenclown. Eine ganz normale Schulklasse eben“, fasste Maite (13) zusammen. Zu viel verraten wollten die elf am Donnerstag nicht – nur so viel: „Es macht richtig, richtig viel Spaß!“, schwärmte Sabrina (10) von den Proben. Dort werde übrigens nicht nur für das Stück geübt. „Wir essen und reden auch immer ganz viel.“

Um die Nachwuchsgewinnung braucht sich die Speelkoppel keine Sorgen zu machen: Auf die Frage, wer denn später dorthin wechseln wolle, schnellten am Donnerstag fast alle Finger in die Höhe.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee