POTSDAM - POTSDAM - Ist es die Wende in einer unendlichen Geschichte? Heute wird in Potsdam der Grundstein zum Wiederaufbau der Garnisonkirche gelegt – auf den Tag genau 60 Jahre nach dem alliierten Luftangriff auf die Stadt, dem ein Großteil der Kirche zum Opfer fiel.

In der 1731 auf Befehl des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I. errichteten Kirche reichten sich Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg am 21. März 1933, dem „Tag von Potsdam“, die Hand. Die Kirche wurde zum Symbol des preußischen Militarismus. Bei dem Luftangriff am 14. April 1945 brannte das Bauwerk aus; 1968 ließ es die DDR-Führung sprengen.

Seit rund 15 Jahren dauert der Streit um den mit 65 Millionen Euro veranschlagten Wiederaufbau. Erst Ende März erhielt das Projekt einen Dämpfer, als die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel (TPG) ihre Mitarbeit einstellte. Die TPG hatte auf dem originalgetreuen Aufbau inklusive Preußenadler auf dem Turm bestanden. Die Kirche dagegen beharrte auf ihrem Konzept von einem internationalen Versöhnungszentrum mit dem so genannten Nagelkreuz als Symbol. Unklar ist, was nun mit der Spendensumme von rund fünf Millionen Euro geschehen soll, die nach Angaben der TPG schon auf ihrem Konto eingegangen ist.