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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Theater vereint gegen Radikalisten

23.01.2020

Potsdam /Oldenburg Es ist eine uralte Frage, die allerdings gerade wieder belebt wird: Wie politisch soll, muss, darf Theater sein? Und wie
gehen die Bühnen mit gesellschaftlichen Umbrüchen um? Über diese und andere Themen diskutierten in den vergangen Tagen rund 60 Intendanten von Theatern und Orchestern aus ganz Deutschland in Potsdam. Unter ihnen war Christian Firmbach, Intendant des Oldenburgischen Staatstheaters. „Wir müssen und wollen uns hier stark positionieren. Denn wir sehen die große Gefahr, dass Pluralität, Meinungsvielfalt und Debattenkultur, für die wir in unseren Theater- und Bühnenbetrieben stehen, vor allem durch die AfD und andere Rechtspopulisten infrage gestellt werden“, sagt Firmbach unmissverständlich.

Der Deutsche Bühnenverein ist der Interessen- und Arbeitgeberverband der Theater und Orchester. Er thematisiert alle künstlerischen, organisatorischen und kulturpolitischen Fragen, die die Theater und Orchester in irgendeiner Weise betreffen. Standen in der halbjährlichen Arbeitssitzung vormals Themen wie Finanzierung des Spielbetriebs oder Stellenwert in der Kommune im Vordergrund, so Firmbach, gehe es immer häufiger um aktuelle politische Debatten. „Es bietet uns aber die Chance, noch sichtbarer zu werden. Trotz potenzieller Konkurrenz untereinander und Heterogenität der Bühnen und Theater, ist man sich über die Richtung einig“, versichert Firmbach. „Wir brauchen keine Panikmache, aber erhöhte Wachsamkeit!“

Dem trage das Oldenburgische Staatstheater bereits Rechnung, in dem man sich mit der „Erklärung der Vielen“ – die von Video-Statements auf der offiziellen Facebook-Seite flankiert wurde – als Teil der Zivilgesellschaft in der Region Nordwest gegen populistische sowie völkisch-nationale Strömungen deutlich artikuliere. Firmbach erinnerte zudem an die gemeinsame Gedenkveranstaltung mit der Jüdischen Gemeinde zur Pogromnacht am 9. November.

Es sei wichtig, sich gegen Radikalismus abzugrenzen – egal, von welcher Seite dieser komme, sagte Hasko Weber, Generalintendant am Deutschen Nationaltheater in Weimar und Vorsitzender der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins. Die politischen Umbrüche seien ein demokratischer Weg über mehrere Jahre gewesen. Mit dem Ergebnis müsse man jetzt klarkommen. „Wenn wir die Gesprächsgrundlage aufgeben, sind wir nicht mehr konsensfähig“, unterstrich Weber.

Die Freiheit der Kunst müsse weiter gefördert werden. Dazu gehört Weber zufolge, dass allen Menschen Zugang zum Theater gewährt wird. „Freiheit der Kunst bedeutet auch Teilhabe.“

Christian Firmbach(52) ist seit der Spielzeit 2014/15 der Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters. 450 Beschäftigte bedienen sieben Sparten: Oper, Konzert, Schauspiel, Ballett, Junges Staatstheater, Niederdeutsches Schauspiel und „Sparte 7“.


     www.staatstheater.de 
Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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