Rodenkirchen - Erneut guten Zulauf hatte die nunmehr 4. Ausgabe der Akustikbühne der Hahnenknooper Mühle. Trotz der Urlaubszeit kamen rund 70 Zuhörer, die den Akteuren auf der kleinen Holzbühne teilweise einen frenetischen Applaus für ihre Darbietungen schenkten. Die Stimmung war bestens und der Abend nahm einen feucht-fröhlichen Verlauf.

Auch Neulinge wie Andrea Puschke aus Zetel und die Formation 4/Frauen-Takt aus Nordenham, Waddens und Stadland trauten sich ins Rampenlicht und konnten erste Erfahrungen mit einem Live-Publikum sammeln. Die Frauen-Combo hatte zwar schon einige Auftritte im privaten Bereich, aber vor einem so großen Publikum zu spielen, ist noch einmal eine besondere Herausforderung.

Die meisterten sie allerdings in souveräner Manier, ohne Zeichen von Nervosität oder Anspannung. Und über den verdienten kräftigen Applaus konnten sie sich auch freuen. Mit ihren eher zarten Stimmen drangen Bettina Böger, Regina Jäschke, Astrid Wefer und Angela Schlesies gerade so in die letzten Reihen vor, denn alle Musiker traten ohne Verstärkung auf. Umso ruhiger verhielten sich die gespannt lauschenden Zuhörer, die schließlich alles genau mitbekommen wollten.

Geradezu stürmischen Applaus gab es auch für das Duo Kllang, das überwiegend instrumentale Stücke anbot. Ein langsamer Walzer, ein mittelalterlicher stummer Klagesang oder ein irischer Reel wechselten sich ab und versetzten die Zuhörer in ein musikalisches Spannungsfeld, welches bei ihnen sehr gut ankam. Die Kombination aus Geige/Melodika, gespielt von Hildegard Klutig, und dem Gitarren/Percussion-Spiel von Alexander Langenhagen versprühte einen besonderen musikalischen Reiz, der zu kleinen Jubelrufen animierte. Auch so bizarre Stücke wie ein irisches Gebet, das friesisch vertont daherkam, oder die heimliche Nationalhymne Israels wurden von dem Duo präsentiert. Jedoch kamen die flotteren Stücke, übrigens bei allen antretenden Musikgruppen, am besten an.

Nach der Pause sorgte Käpt’n Bligh mit Shantys für Seemannsflair in der Mühle. Der neunköpfige A-Capella-Chor hatte mit der Beschallung des Wirtshauses überhaupt keine Probleme und schmetterte gut gelaunt seine Arbeitslieder der Seeleute in den Raum.

Letzter Act des Tages war der Solo-Auftritt von Tobias Wettermann, der bereits zum zweiten Mal an der von Uli Dennig organisierten Akustikbühne teilnahm. Den Schluss bildete der gemeinsame Gesang des Reinhard-Mey-Hits „Gute Nacht Freunde“, der auch vom Publikum mitgesungen werden durfte, den den Zuhörern hatte Uli Dennig in der Pause einen Textzettel in die Hand gedrückt.