Immer - Der Narr braucht so wenig, um fröhlich zu sein: bekannte Schlager zum Schunkeln und Mitsingen, witzige Texte, eine mitreißende Bühnenshow – und natürlich Prinzenpaare. Das Letzte zuerst, um die Spannung zu nehmen: Mattias I. (Wienand) und Jessica I. (Unger) führen Ganderkesees Narren durch die Session 2012/13.
Bis kurz vor 22Uhr mussten die mehr als 300 Gäste am Sonntag beim Faschingsauftakt in Immer ausharren, ehe GGV-Präsident und Zeremonienmeister Uwe Meyer das bestgehütete Geheminis Ganderkesees lüftete. Begleitet wird das Prinzenpaar von den Ehrendamen Janina Piero, Lena Schwarting, Jessica Hillmann und Lena Spille. Als neue Kinderprinzen stellte Meyer Daniel I. (Tönjes) und Marie I. (Schreiber) vor.
„Nee, wat is’ dat schön“, jubelte der ganze Saal im Gasthof Witte, als die neuen Tollitäten die Bühne betraten. Prinz Mattias war, wie er in seinen ersten Worten ans Narrenvolk betonte, „sofort bereit“ für die große Aufgabe. Prinzessin Jessica gab zu, sie habe zuerst „Oh Gott“ gerufen, sei dann aber schnell begeistert gewesen – „und noch begeisterter, als ich den Prinzen gesehen habe!“ Beste Voraussetzungen also für eine harmonische Regentschaft.
Begeistert war auch das Publikum: vom knapp zweistündigen Programm nämlich, durch das Moderator Gerrit Meyer vor der Proklamation geführt hatte. Besonders „De Spassmakers“ rissen die Gäste mit ihrer ostfriesischen Hitparade von den Stühlen: Mal parodierten die Drei bekannte Interpreten wie Lady Gaga oder Semino Rossi, vor allem aber förderten sie köstliche Kreaturen aus dem eigenen Kuriositätenkabinett zu Tage, etwa den holländischen Antje-Verschnitt Enie van de Schlampen („Amsterdam“) oder „den letzten Chippendale aus Ostfriesland“, Theo Tiepelfoot, der in seiner langen Unterhose im Farbton „Hornhaut-Umbra“ Ex-Prinzessin Petra Hubmann-Lübbe zu bezirzen versuchte.
Zwischen den beiden Auftritten der enthusiastisch gefeierten Ostfriesen hatte es der Bremer Comedian Mario Roggow nicht leicht, den Stimmungspegel auf Euphorie-Niveau zu halten, aber er sah zumindest seine These bestätigt, dass in Ganderkesee „der Fasching rockt“. Das wird er noch oft bis zum Aschermittwoch.
