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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Provokateur vom Dienst der Film- und Theaterszene

23.08.2010

BERLIN Die Theaterwelt trauert um einen der bedeutendsten Regisseure der Gegenwart: Christoph Schlingensief erlag am Sonnabend in Berlin erst 49-jährig seinem Krebsleiden. Der Nichtraucher war Anfang 2008 an Lungenkrebs erkrankt und operiert worden. Darüber berichtete er in dem bewegenden „Tagebuch einer Krebserkrankung“.

Die Beisetzung soll in aller Stille stattfinden. Statt Blumen wünscht sich die Familie Spenden für Schlingensiefs im Bau befindliches Operndorf in Burkina Faso in Afrika.

Der am 24. Oktober 1960 in Oberhausen geborene Christoph Maria Schlingensief galt als einer der provokantesten Regisseure und Aktionskünstler in der deutschsprachigen Kulturszene. Produktionen wie „Mea culpa“ oder „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ am Wiener Burgtheater und bei der Ruhrtriennale hatten 2008 und 2009 große Beachtung gefunden.

Viele Künstler, Politiker, Freunde und Weggefährten würdigten den Theater-, Film- und Opernregisseur als bedeutenden Theatermann. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bezeichnete Schlingensief als einen der vielseitigsten und innovativsten Künstler. Zu seinen Stilmitteln habe nicht selten die Provokation gehört, „mit der er ganz bewusst auch über den Kulturbereich hinaus Kontroversen auslösen und irritieren wollte.“

Schlingensief hatte von 2004 bis 2007 sein spektakuläres Debüt als Opernregisseur bei den Bayreuther Festspielen mit Richard Wagners Spätwerk „Parsifal“ gegeben. 2009 gehörte Schlingensief zur Jury der Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Im Mai 2010 inszenierte er das Opernprojekt „Via Intolleranza II“ nach Luigi Nono in Brüssel und anderen Orten. Zuletzt hatte Schlingensiefs Berufung zur künstlerischen Gestaltung des deutschen Pavillons bei der Biennale in Venedig 2011 Aufsehen erregt. An der Pressekonferenz zur Vorstellung seiner Pläne hatte er Anfang Juli krankheitsbedingt nicht teilnehmen können. Auch eine Produktion für die Ruhrtriennale („S.M.A.S.H. – In Hilfe ersticken“) musste er absagen.

Bekannt wurde Schlingensief vor allem mit seinen frühen Filmen „Das deutsche Kettensägenmassaker“ (1990), „Terror 2000 – Intensivstation Deutschland“ (1992) und der TV-„Talkshow 2000“ sowie mit seinen Theaterinszenierungen, Kunstperformances und Installationen wie „100 Jahre CDU“, „Rocky Dutschke, 68“, „Passion Impossible – 7 Tage Notruf für Deutschland“ und „Hamlet“.

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