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Literatur Queerbeet durch die Themen des Lebens

Jens Milde

Abbehausen - Ein Thema mit wenigen Worten auf den Punkt zu bringen. Das ist es, was Irene Ullrich-Leimbach fasziniert. Die Abbehauserin beherrscht diese Kunst. Sie hat jetzt ein Buch mit Lyrik und Kurzprosa veröffentlicht. „Poetische Setzlinge“ heißt das Werk, das Gedichte und kurze Geschichten enthält. Erschienen ist es im Geest-Verlag in Vechta.

Irene Ullrich-Leimbach, Jahrgang 1953, erinnert sich, dass sie schon im Alter von 18 Jahren Gedichte geschrieben hat.  Und nicht selten hat sie damals den Füller in die Hand genommen, um sich den Herzschmerz von der Seele zu schreiben, zum Beispiel wenn sie unglücklich verliebt war. Die Initialzündung, um ernsthaft mit dem Schreiben anzufangen, erlebte die Abbehauserin im Jahre 2000. Damals nahm sie an einem Projekt der Seefelder Mühle teil, das sich „Bilderbuch des Lebens“ nannte. Hier trafen sich die Teilnehmer ein ganzes Jahr lang immer montags, um ihr eigenes Bilderbuch des Lebens zu schreiben.

Für Irene Ullrich-Leimbach war das der Startschuss, um sich intensiver mit dem Schreiben zu beschäftigen. Sie ist erst seit einigen Wochen im Ruhestand, hat als Sozialarbeiterin beim sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Bremerhaven gearbeitet. „Ich hatte mit vielen Menschen zu tun, die keine Stimme haben, aber die es verdient haben, gehört zu werden. Die Abbehauserin hat Geschichten ihrer Klienten aufgeschrieben und veröffentlicht.

Kindheit und Sterben

In ihrem Buch sind sie allerdings nicht enthalten. Hier findet der Leser überwiegend Gedichte – und dabei geht es querbeet durch die große Themenvielfalt, die das Leben für eine berufstätige, verheiratete Frau mit zwei Kindern und einem Enkel bereithält. Irene Ullrich-Leimbach will das Nicht-Alltägliche im Alltäglichen aufspüren. Es geht um Kindheit und Sterben, um Chaos und Ordnung, ums Reisen und um die Heimat, um graue Mäuse und Götter, ums Hin- und Wegsehen, ums Suchen und Finden, um Hausfrauentage und Champagnerlaune. Und natürlich geht’s um die Liebe. „Wobei mich die nicht gelungenen Partnerschaften mehr interessieren als die gelungenen.“

Die Gedichte haben viel mit der Autorin selbst zu tun, mit eigenem Erleben. Beispiel „Teilzeittusse“. Die ersten Zeilen lauten so: „Ich bin die Teilzeittusse/mit der Vollzeitmuse,/die Halbtagsfrau/mit viel Know-how./Ich mache selten blau/und keinen Radau,/sitz deshalb für immer/im Niedriglohnzimmer./Man verkennt mein Talent,/denn ich sehe, wo es brennt ...“ Irene Ullrich-Leimbach hat viele Jahre als Teilzeitkraft gearbeitet. Und sie spricht vermutlich vielen Frauen aus der Seele, die sich in diesem Zwitterdasein nicht so richtig voll genommen fühlen – im Beruf nicht, aber auch nicht immer zu Hause.

Garten als Hobby

Die Abbehauserin, deren zweites großes Hobby der eigene Garten ist, geht davon aus, dass ihr Buch eher was für Frauen ist. Und dass es sich hervorragend zum Durchblättern eignet. Sie hat keinen Wälzer geschrieben, der zum stundenlangen Schmökern verführt. Ihr Buch ist eher eine Sammlung mit Alltagspoesie für zwischendurch, die gleichwohl einlädt zum Innehalten und Nachdenken.

Und an dem Buch ist neben der Autorin noch eine weitere Nordenhamerin beteiligt. Christel Steinke hat das Titelbild beigesteuert. Irene Ullrich-Leimbach schätzt ihre Kunst sehr.

Das Buch „Poetische Setzlinge“ ist in einer Auflage von 300 Exemplaren erschienen. Wer es kaufen möchte, kann sich an Irene Ullrich-Leimbach wenden. Sie ist unter t   04731/89361 erreichbar.

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