Elsfleth - Am Tag als der Regen kam, wollten der Gewerbe- und Handelsverein, die Elsflether Bürger und Gäste aus nah und fern eigentlich mit einem verkaufsoffenen Sonntag und vielen Aktionen das „Frühlingserwachen“ feiern und genießen.
Anstatt frühlingshafter Temperaturen gab es am Nachmittag eher ein nasskaltes „Erwachen“. Kein Wunder, dass bei mickerigen acht Grad Celsius, Wind und gelegentlichen heftigen Schauern die ganz großen Besucherströme in der Elsflether Feiermeile ausblieben und in der Steinstraße viel Platz zum Bummeln war.
Private Anbieter
Hartgesottene Zeitgenossen machten sich dennoch warm eingepackt und mit Schirm bewaffnet auf den Weg und stellten fest: Auch bei schlechtem Wetter kann man in Elsfleth „am Rad drehen“. Die Zweiräder – mit oder ohne Akkuantrieb – standen im Mittelpunkt zahlreicher Aktionen. Überschaubar waren die Flohmarktstände, an denen private Anbieter alles „rund ums Fahrrad“ offerierten,
Sehr gut zu tun hatten dagegen die Polizisten und die Verkehrswacht am Stand der Fahrradcodierung. Nicht wenige Schnäppchenjäger, die kurz zuvor ein Rad bei der städtischen Fundsachenauktion ersteigert hatten, konnten ihre neuen, alten Schätzchen gleich codieren lassen – das soll ja bekanntlich gut sein gegen Fahrraddiebstahl.
Beim Info-Mobil der Touristikgemeinschaft Wesermarsch gab es für die künftigen Radwanderer gleich das passende Kartenmaterial für die schönsten Strecken in der Region.
Ob es nur 99 oder mehr Luftballons waren, die am Stand des Gewerbe- und Handelsvereins die dunklen Wolken ins Ziel nahmen, wurde nicht gezählt. Der Absender, dessen Ballon die längste Strecke zurücklegt, kann auf einen Gewinn hoffen.
Am Stand der LzO war die ganz kleine Stefania die jüngste Teilnehmerin. Beim Klett-Dart-Werfen und im Salon Rehse bestaunten die Kunden Braut- und Festfrisuren, vorgestellt von Andrea, Viktoria, Regina und Esther.
Die Rassekaninchen-Züchter hatten einen großen Strohhasen vor die Käfige platziert. Das Langohr wachte darüber, dass die echten Kuscheltiere keinen nassen Pelz bekamen. An vielen Ständen wurde mit Bratwurst, Hot-Dogs und Pommes für das leibliche Wohl gesorgt, für die Jüngsten standen Hüpfburg und Kettenflieger bereit und in den Geschäften – sowohl in der Innenstadt als auch in Moorriem – war ordentlich Betrieb, hier hatte man es warm und trocken.
Vielfältige Fundsachen
Auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus gab es eine Versteigerungsaktion herrenloser Fahrräder. Aber als erste „Fundsache“ kam kein Rad, sondern ein Schlauchboot unter den Hammer.
„Auktionator“ Andreas Haane von der Stadt Elsfleth preist die Vorzüge des bunten Gummibootes an: „Wenn es weiter so schüttet, können Sie mit dem Boot nach Hause paddeln – allerdings braucht es noch eine ganze Menge an Puste.“ Mit elf Euro findet das wasserfeste Gefährt einen neuen Besitzer.
Dann kommen die Fahrräder, allesamt Drahtesel in allen Variationen und mehr oder weniger desolaten Zuständen, zur Versteigerung. Gezahlt wird in bar gleich an der Open-Air-Kasse am Rathaus und jeder Euro hilft, das Haushaltsloch zu stopfen.
