Neustadtgödens - Alte Volkslieder und moderne Popsongs, Evergreens von Harry Belafonte, den Beatles und von Nat King Cole oder Humoristisches und Selbstironisches von der a-cappella-Gruppe Wise Guys und ein garstiges Lied über die Weißglut an der Warteschleife: Mit einem großartigen, kurzweiligen und gesanglich beeindruckenden und vielseitigen Konzert hat der Sander Popchor Canta Mare am Wochenende in der Reihe „Cultura Neustadtgödens“ für Furore, für den einen oder anderen Lacher und vor allem für viele Gänsehautmomente im Publikum gesorgt.

Vor allem aber hat der Chor unter Leitung von Susanne Siefken gezeigt, weshalb so viele althergebrachte Gesangsvereine und Chöre an Überalterung und akutem Mitgliederschwund leiden. Es könnte am Repertoire liegen und an der Art, was man daraus macht. Ob in Dur oder Moll: Singen in Gemeinschaft macht immer noch großen Spaß, das hat CantaMare jedenfalls eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Im Publikum hat sich das längst herumgesprochen, nicht umsonst war das Konzert lange vorher ausverkauft. Rund 170 Besucher rückten im ausverkauften Gemeindehaus Neustadtgödens eng zusammen und genossen den Konzertabend.

Als Solisten brillierten unter anderem Sheila Heyartz – zugleich auch Sängerin der Old Marytown Jazzband in Jever – mit „When I fall in love“ und Hartmut Siefken in „Try to remember“.

Dass CantaMare auch einen Song der Brachial-Rocker Rammstein im Repertoire hat, spricht für die Qualität, Flexibilität und Experimentierfreudigkeit dieses Chores. Mit Rammsteins „Engel“, dargeboten bei Kerzenschein, gab es den finalen Gänsehautmoment des Abends. Und den leidenschaftlichen Appell von Chorleiterin Susanne Siefken, die Veranstaltungsreihe unbedingt fortzusetzen.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever