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Böllerkomité „Bum, Bum“ statt „Moin, Moin“

Wilhelm Hellmann Mirco Moormann

RAMSLOH - Wenn sich zwölf erwachsene, gestandene Saterfriesen treffen und sich mit einem herzhaften „Bum, Bum“ statt mit „Guten Tag“ oder mit „Moin“ begrüßen und sich dann auch noch Apostel nennen, dann kann normalerweise irgendetwas nicht stimmen. Doch bei diesen zwölf Herren hat die Begrüßung Tradition. Denn die Rede ist vom Böllerkomité Ramsloh, einem Verein von Saterländern, den es seit 1888 gibt.

Böllern zum Papstjubiläum

Hans Meyer, Vorsitzender des Böllerkomité, erzählt die Geschichte des Comités: „Im Jahre 1888 feierte Papst Leo XIII. sein 10-jähriges Jubiläum. Dieses Jubiläum wurde in der ganzen Welt groß gefeiert. Auch in Ramsloh überlegte man sich, was man Außergewöhnliches tun könnte und da versammelten sich zwölf Männer und hielten Rat.“ Man entschloss sich, zum Jubiläum des Papstes zu böllern. So wurde das Böllercomité gegründet und gleichzeitig drei Böllerkanonen in Magdeburg bestellt. Pro Kanone mussten die Ramsloher 75 Goldmark hinlegen – viel Geld für damalige Verhältnisse. Die drei Vorderlader mussten auch einen Namen haben. Was lag bei den strengen Katholiken näher, als die drei heiligen Könige in Gusseisen zu verewigen. So kamen Caspar, Melchior und Balthasar in Gestalt dreier 75 Pfund schwerer Vorderlader zu späten Würden und Ehren. Nach 115 Jahren hatten die drei Vorderlader ein Alter erreicht, in dem es schwer wurde, die Böllerkanonen für das Böllern nach den strengen heutigen Auflagen noch abgenommen zu bekommen.

Neuer Böllerwagen

Also entschieden sich die zwölf Apostel zur Anschaffung von drei neuen Vorderladern, die sie in einer Kasseler Gießerei in Auftrag gaben. Diesmal mussten sie pro Kanone 600 Euro auf den Tisch legen. Zum Einsatz kommt der Böllerwagen auf allen wichtigen Veranstaltungen in Ramsloh, wie dem Karneval, Schützenfest oder an Fronleichnam. Gezündet werden die Kanonen, die mit Schwarzpulver befüllt werden, traditionell mit glühenden Zigarren. „Genau wie 1888“, sagt Meyer.

Die Apostel kamen nun zu einem Treffen zusammen, um ihren neuen Böllerwagen einzuweihen. Nachdem das Komité vor acht Jahren die damals 115 Jahre alten Kanonen ersetzen musste, haben die neuen nun einen fahrbaren Untersatz, gesponsert und gebaut von Günther Evers und Ulli Tebben. Nach dem Tod von Gärtnermeister Hermann Janssen, der dem Böllerkomité für alle Veranstaltungen stets seinen Pkw-Anhänger zur Verfügung gestellt hatte, überlegten die Apostel nicht lange und beschlossen, einen eigenen Böllerwagen anzuschaffen.

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