Ramsloh - Bereits zu Beginn seiner Rede hat es für Dr. Stephan Siemer, Vizepräsident der Oldenburgischen Landschaft, großen Applaus gegeben, begrüßte er die Gäste am Freitagvormittag nicht auf Hochdeutsch, sondern auf Saterfriesisch. Er war Festredner des Krammarktempfangs im Rathaus, an dem geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Kultur, Schulen, Behörden und Vereinen teilnahmen.

Immer wieder streute er in seiner Rede über das Saterland und die Arbeit der Oldenburgischen Landschaft Anekdoten, Witze und humorvolle Sätze ein. So würden die Gäste, wenn man seine Frisur ansehe, keinen Vortrag über die neuesten Undercut-Frisuren oder Aussagen zur Hipster-Szene in Berlin erwarten, wie das beim Bundestagabgeordneten Jens Spahn zu erwarten wäre, scherzte er.

Siemer entschied sich dazu, lieber darüber zu erzählen, wie die Oldenburgische Landschaft zur weiteren Entwicklung des Oldenburger Landes beitragen möchte: durch die Förderung von Kultur, die Pflege von Tradition sowie dem Schutz der Natur. Immer wieder bedenkt die Oldenburgische Landschaft auch das Saterland mit Förderungen, unter anderem für das Saterfriesische Wörterbuch von Dr. Marron Curtis Ford 2015 sowie im gleichen Jahr für das Buch „Der gestiefelte Kater“, ins Saterfriesische übersetzt von Gretchen Grosser. Und auch künftig wolle man Kultur und Sprache des Saterlands fördern, so Siemer.

Aber nicht nur die Landschaft sei für das Saterland aktiv. So hätten gerade alle Parteien im Landtag den Antrag „Förderung für Niederdeutsch und Saterfriesisch verstetigen und weiter ausbauen“ verabschiedet.

Siemer lobte die Bildungsarbeit und die ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde sowie das Geschichts- und Kulturbewusstsein des Saterlands. Mit großem Selbstbewusstsein könne die Gemeinde auf ihre besondere sprachliche Entwicklung, den wirtschaftlichen Erfolg, ihre Geschichte, Bildung und Kultur blicken. „Das Saterland ist einmalig und hat sich einmalig entwickelt“, sagte Siemer. Er erinnerte in dem Zusammenhang an den kürzlich verstorbenen Unternehmers Dr. h.c. Peter Waskönig. Er und seine Familie hätten mit ihrer Entscheidung 1969, den Firmensitz ins Saterland zu verlegen und die Produktion immer weiter auszubauen, einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung des Saterlands geleistet.

Für die seit dem jüngsten Krammarkt verstorbenen Ehrenbürger der Gemeinde, Peter Waskönig und Heinrich Kröger, war zu Beginn des Empfangs eine Schweigeminute eingelegt worden.

Die musikalische Umrahmung des Empfangs übernahm ein Ensemble aus den Bläserklassen des Laurentius-Siemer-Gymnasiums (LSG) unter Leitung von Martin Kirchberg.

Bürgermeister Hubert Frye, der die Gäste anfänglich begrüßt hatte, bedankte sich beim Festredner mit einem Präsent. Da es sein letzter Krammarktempfang als Bürgermeister sei, hoffe er, im kommenden Jahr als Gast dabei sein zu dürfen.

Und während die Gäste im Rathaus bei Essen und Trinken verweilten, wurde hinter dem Gebäude bereits für das bunte Krammarkt-Treiben an diesem Samstag und Sonntag aufgebaut.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland