RAMSLOH - Nicht nur für die Schwestern Juditha, Hermengild und Edelgardis war der Abschied am Sonntag schmerzlich, sondern auch viele Gläubige aus der Pfarrgemeinde werden die Schwestern und ihr Wirken vermissen. In einem Festgottesdienst – musikalisch umrahmt vom Frauen- und Männerchor – und einer Feier in der Aula des Schulzentrums wurden die drei Schwestern vom Konvent der Thuiner Franziskanerinnen verabschiedet. Nach der Schließung der Schwesternstation in Ramsloh verlassen sie das Saterland. Im Gottesdienst erinnerte Pfarrer Ernst Halbe noch einmal an das Wirken der Schwestern und blickte auf 48 Jahre Schwesternstation zurück. Insgesamt 21 Schwestern haben in den vergangenen 48 Jahren Dienst in Ramsloh versehen.
Unter musikalischer Begleitung der Jugendschützenkapelle wurden die Schwestern anschließend von den Mitgliedern der kirchlichen Gremien, des Ortsausschusses Ramsloh, des Männer- und Frauenchores Ramsloh sowie der örtlichen Vereine und Verbände mit ihren Fahnen- und Bannerabordnungen zum Empfang in die Aula des Schulzentrums Ramsloh geleitet.
Bei herrlichstem Sonnenschein ließen sich die Schwestern in einem offenen Auto durch Ramsloh fahren. Zwar hatte sich der Kindergarten St. Jakobus bereits am Donnerstag von den Schwestern verabschiedet, aber zum Empfang waren sie dann noch einmal mit einer ganz besonderen Gruppe gekommen. Die Thuiner Franziskanerinnen hatten schließlich seit der Eröffnung der Einrichtung viele Jahre deren Leitung inne.
Um den Schwestern ein Stück Saterland mit auf die Reise in die neue Heimat zu geben, traten die kleinen Saterfriesen aus dem Kindergarten auf und dankten den Schwestern mit fröhlichen saterfriesischen Liedern.
Schwester Juditha war bis zuletzt im Pfarrbüro tätig, erledigte viele caritative Aufgaben in der Gemeinde und darüber hinaus auch auf Dekanatsebene. Schwester Hermengild machte bis vor kurzem die Küsterdienste in der Ramsloher Kirche und Schwester Edelgardis war für den Haushalt der Schwestern zuständig. Diese seien jedoch nur die formellen Aufgaben der Schwestern gewesen, denn was sie so nebenbei noch alles in der Gemeinde geleistet haben, lässt sich kaum aufzählen. „Das werden wir erst spüren, wenn sie nicht mehr bei uns sind“, meinte Hermann Dicken, Mitglied des Kirchenausschusses und Sprecher des Ortsausschusses von St. Jakobus. Allen drei Schwestern überreichte Dicken ein Geldpräsent, was allerdings nur zur Erfüllung der persönlichen Wünsche bestimmt sei.
Und während Schwester Juditha bereits Nachfolger für den Besuchsdienst in den Krankenhäusern, für die Geburtstagsbesuche älterer Mitbürger und für die Gestaltung der Altennachmittag gefunden hat, werden noch viele weitere Aufgaben hinzu kommen, die nicht so nebenbei erledigt werden können. Dicken rief daher die Gemeinde auf, die hauptamtlichen Kräfte tatkräftig zu unterstützen, wenn die Pfarrgemeinde eine lebendige Gemeinde bleiben solle.
