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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Rasanter Rollentausch im Märchenwald

21.04.2015

Oldenburg Schweinchen in rosa Gummistiefeln schwenken rosa Regenschirme, nektartrunkene Bienen jagen einen Bären über die Bühne, Rotkäppchen legt den Wolf an die Leine, drei Aschenputtel verlieren ihre Schuhe und finden sie nicht wieder, und ein Zwerg wird gleich von sieben Schneewittchen verführt.

„Schneewittchen und die sieben schlafenden Schweinchen“ ist ein rasantes Rollenspiel mit schnellen Kostümwechseln, choreografiert von Laura Scozzi nach der Musik von Niccolo Paganini. Die Tanzcompagnie des Théatre de Suresnes Jean Vilar aus der Nähe von Paris begeisterte damit am Sonntagabend das Publikum im leider nicht voll besetzten Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters im Rahmen der Internationalen Tanztage. Die acht Tänzer und Tänzerinnen wurden am Ende mit minutenlangem, frenetischem Beifall bedacht.

In der in Rosa und Hellblau getauchten Märchenwelt von Laura Scozzi ist nichts wie bei den Brüdern Grimm. Mit viel Liebe zum Detail und großem Einfallsreichtum hat sie die alten Geschichten umgeschrieben und die Rollen neu verteilt. Das Ergebnis ist verblüffend und ein bisschen verrückt, zuweilen bizarr, manchmal frivol, aber immer höchst unterhaltsam.

Die Tanzcompagnie hat sichtlich Spaß an dem, was sie auf die Bühne bringt, und erhält zu Recht immer wieder Szenenapplaus. Zum Beispiel für das Breakdance-Solo des Bären, das Pas de Deux von Wolf und Rotkäppchen, das ein Mann mit Drei-Tage-Bart ist. Rap und HipHop werden mit klassischem Tanz verwoben, kraftvoll und elegant zugleich, perfekt in Gestik und Mimik.

Es ist ein großer Spaß, wenn die niedlich naive Fee mit ihrem Zauberstab hantiert, die sieben Schneewittchen einem Liebesapfel hinterherjagen, Dornröschen schier daran verzweifelt, endlich vom Richtigen wach geküsst zu werden, die Schweinchen den Wolf flachlegen, der Fisch dem Bären die Einkaufstasche trägt, und die liebeskranken Prinzen durch den Märchenwald galoppieren. Für ein bisschen Grusel darf Blaubart sorgen, der im besten Chansonstil ein Loblied auf seine mörderischen Fähigkeiten singt.

Letztlich ist Laura Scozzis Choreografie die Jagd nach der einen großen Liebe des Lebens, die bei ihr mit einem großen Knalleffekt endet.

Wer die Produktion nicht gesehen hat, hat wirklich etwas verpasst. Denn die Tanzcompagnie hatte nur diesen einen Auftritt während der Tanztage. Und das ist wirklich schade.


     www.staatstheater.de 
Lore Timme-Hänsel
Redakteurin
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2065

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