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Frauentag Rasend komisch: die Angst vor dem Alter

Gabriele Ittmann

Nordenham - Er steht vor der Tür und ist höchst unwillkommen: Katrins 50. Geburtstag. Sie tritt die Flucht nach vorn an: „Ich bin jung, fit und dynamisch“, ruft die Leiterin des Fitness-Studios „No Age“ aus. Aber der Tag ist gekommen, an dem sich ihr Lebensalter rundet und sie ihr persönliches Verfallsdatum befürchtet.

„50 oder die junge Kunst des Alterns“ hieß die generationsübergreifende Komödie, die am Sonnabend aus Anlass des Internationalen Frauentages im Güterschuppen aufgeführt wurde. Veranstalter waren die städtische Gleichstellungsbeauftragte Karin Windheim-Czichon und die Theatergruppe Fatale. „Toll, dass so viele Besucher gekommen sind“, freute sie sich, denn schon im Vorverkauf waren alle Karten weggegangen.

Wo ist die Vitalität?

Die Zuschauer erlebten eine turbulente Aufführung, die in einigen Teilen doch recht überzogen wirkte. Die fünf Darsteller agierten, als hätten sie verbotene Substanzen zu sich genommen. Das temporeiche Stück lebt von seinen komödiantisch überzeichneten Charakteren. Ob für Kati der 50. Geburtstag tatsächlich die Schwelle zum Alter vorgibt, war das Thema des Stückes: „Es fühlt sich an wie Sommerferien, wenn sie zu Ende gehen“, sagt sie am Vorabend ihres Geburtstages. „Wo bleibt die Lebensfreude, die Vitalität, und was ist eigentlich mit Sex im Alter?“ Kati wirkt verzweifelt und findet wenig Hilfe in ihrer überkandidelten Angestellten Trixie. Die junge Fitness-Lehrerin muss sich mit den Rentnern im Studio „No Age“ plagen, die moderne Popmusik ablehnen und lieber Caterina Valente und Udo Jürgens hören wollen.

Kati hadert derweil mit ihrem Schicksal und mit einem Leben, das den Besuch von Partys vorsieht, die mit einem „Ü“ anfangen. Sie vergleicht sich mit einem alten Auto, das der Verschrottung entgegensieht: „Rost überall, die Karosserie hat ihre Macken.“

Bei dem vergeblichen Versuch alt zu werden und jung zu erscheinen, ist ihr der freche Radioreporter Marc keine große Stütze. Nur Bernhard, ihr sprechender Bär, flüstert Kati ein paar Lebensweisheiten ins Ohr. Katis Mutter kann dem Alter ein paar gute Seiten abgewinnen und bändelt mit Frank, mit den treusten Kunden des Fitness-Studios, an.

Gegen den Jugendwahn

Schließlich machen die Rentner aus dem „No-Age“-Studio mobil, wehren sich gegen den Jugendwahn und treiben ihre junge Trainerin in die Flucht, die sich daraufhin entschließt in den oberen Räumen ein Nagelstudio zu eröffnen.

Mit der Komödie hat die Wittener Gruppe „theaterspiel“ ihrem Publikum ein gehöriges Zwerchfell-Training spendiert. Wenn auch überspitzt, schrill und stets ein wenig „darüber“, fiel der humoristische Abgesang an Jugendwahn und Schönheits-Wettrüsten mehr als deutlich aus. Die Zuschauer belohnten die Vorstellung mit gebührendem Beifall, schließlich konnte die Fünfergruppe auf der Bühne einige Lachausbrüche verbuchen und die Erkenntnis wachsen lassen, dass Älterwerden durchaus seine humoristischen Seiten hat.

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