RASTEDE - Plötzlich Prinzessin – aber wo ist eigentlich der Prinz? „Der sitzt daneben oder trottet hinter ihr her“, würden die meisten sagen, die etwas mit der Planung einer Hochzeit zu tun haben. Und da sollen sie anscheinend Recht behalten. Bei der ersten Rasteder Hochzeitsmesse am Sonntag im Hof von Oldenburg waren zwar viele der zukünftigen Göttergatten zu sehen, die Entscheidungen für die nötigen Accessoires überließen sie aber gern ihren Bräuten.
Und für diese hatten die Veranstalter der Firma Hochzeitsplaner aus Oldenburg einiges vorbereitet. Von der aufwendig gewickelten Hochsteckfrisur über die romantisch verzierte Hochzeitstorte bis hin zur passenden Farbe des Nagellacks. Alle Zutaten, die den schönsten Tag im Leben perfekt machen sollten, wurden angeboten.
In dicken Ringordnern konnten die neusten Kollektionen der Papierdesigner bewundert werden, quadratische oder rechteckige Einladungskarten mit Prägung, Blumenmuster oder Fotodruck – wahrlich keine leichte Entscheidung. „Die Männer geben beim Durchblättern der Karten als erste auf“, verrät Reinhold Kirschenmann, Inhaber der Papeterie Kirschenmann aus Bremerhaven schmunzelnd, „während die Frauen immer alle ansehen wollen“.
Auch beim Tortenkauf stimmt anscheinend das Klischee: „Die Dame entscheidet sich für Buttercremetorte mit rosa romantischer Verzierung und die Herren zücken das Portemonnaie“, weiß Arendt Freese vom Dessert-Catering „Traumtörtchen“ aus Oldenburg. Allerdings gebe es durchaus auch das andere Extrem. „Einmal haben wir ein Spinnennetz auf eine dreistöckige Torte sprühen sollen und das haben wir dann mit Fledermäusen und roten Rosen dekoriert“, erinnert er sich. Dies bleibe aber eher die Ausnahme.
Der Großteil der Paare wünsche sich eine romantische Traumhochzeit. So auch Pia Brockers (20) und Sven Gerstmann (31) aus Rastede. Beim Betreten des Messesaals schnupperten sie Hochzeitsluft und verlobten sich glatt an Ort und Stelle. Praktisch, dass sie so gleich prüfen konnten, ob sie die gleichen Vorstellungen von ihrem großen Tag haben. „Es darf ruhig kitschig werden“, da sind sie sich einig. „Und ich möchte unbedingt weiße Tauben“, verrät Pia Brockers, „und ein weißes Brautkleid“. Obwohl die Modenschau auf der Messe ja zeigte, dass norddeutsche Frauen heutzutage nicht mehr „weiß“ tragen, sondern „ivory“ oder „creme“. Angeblich schmeichelten diese Töne einer blassen Haut.
Pia Brockers und Sven Gerstmann ist das egal, sie werden schon das passende finden. Ihre Meinungen gehen nur bei der Wahl der Torte auseinander. „Aber ich stimme ihr natürlich zu“, lenkt ihr zukünftiger Bräutigam augenzwinkernd ein: „Was bleibt mir anderes übrig?“
