RASTEDE - RASTEDE - Ganz so still war es dann gar nicht im Rasteder Palais, als im Palais die Ausstellung „Stillleben“ von Dieter Hagen unter großem Publikumsinteresse eröffnet wurde. Zu verdanken war dies nicht zuletzt auch dem musikalischen Talent von Maike Suhr, Schülerin der 10. Klasse der KGS Rastede, die die Veranstaltung am Klavier virtuos begleitete und sich hier zum ersten Mal öffentlich präsentierte.
„Manchem glückt es, überall ein Idyll zu finden – und wenn er’s nicht findet, so schafft er es sich“, formulierte schon Theodor Fontane und hatte dabei wohl noch nicht an den Künstler Dieter Hagen gedacht, der sich diese philosophische Auffassung zu eigen gemacht hat. „Da geht einem das Herz auf“, kommentierte eine Besucherin noch vor den einführenden Worten Silke Freeses, einer Freundin der Familie des Künstlers. In der Tat, die Ölbilder des Autodidakten Hagen wirken bescheiden und ehrlich, schließlich malt er nur „was er sieht“ und ist mitunter erstaunt, welche Geschichten in sein Gemaltes interpretiert werden.
Dieter Hagens Bilder regen, obwohl gegenständlich und klar in ihrer Aussage, zum zweiten Betrachten an und zwingen zur Auseinandersetzung. So scheint es mitunter sinnvoll, seinen Standpunkt zu verändern, um andere Sichtweisen zuzulassen. Freilich muss man sich auf eine Kunstform einlassen, die deutlich, realistisch und manchmal sogar illusionistisch ist und die Liebe des Künstlers zur Präzision widerspiegelt.
Dabei gilt Hagens besonderes Interesse der künstlerischen Darstellung von reflektierenden Oberflächen wie z.B. bei Tongefäßen und Flaschen, von Schriftzügen und Spuren beginnenden Verfalls, die er mit feinem Pinselstrich einfängt. Es sind die Dinge des täglichen Lebens mit ihren Gebrauchsspuren, Macken, Narben, Faulstellen und Falten, die ihn herausfordern und für deren subjektive Schönheit unser Auge geschärft werden soll.
Dieter Hagens Bildaussagen bleiben konkret und unmissverständlich. „Jeder malt, was er ist“, formulierte da ein kunstverständiger Besucher. Gleichwohl bleibt unbestritten, Stillleben kann auch ganz schön laut sein.
Die Ausstellung im Palais ist noch bis zum 4. März zu sehen, sie ist geöffnet mittwochs, donnerstags, freitags und sonntags von 10 bis 17 Uhr.
