RASTEDE - RASTEDE/WM - „Marinemalerei lässt sich nicht auf politische Malerei reduzieren“, betonte Claudia Thoben, Leiterin des Rasteder Palais, als sie gestern die Ausstellung mit Bildern von Robert Schmidt-Hamburg (1885-1963) eröffnete, und Dr. Boye Meyer-Friese, Kurator für Schiffahrt und Fischerei am Altonaer Museum in Hamburg, gab ihr Recht. Der Kunsthistoriker, der selbst zur See gefahren und auch Maler ist, informierte über Künstler und Werke und beschrieb Schmidt-Hamburg als einen typischen Seemann: „Er wollte nicht irgendwo hin, er wollte weg, wollte unterwegs sein“.
„Auf Trab gehalten“ habe den Maler die Farbenvielfalt. Er habe Ausschnitte der Natur gewählt, „das unterschied ihn von anderen Marinemalern“. Die schnell wechselnde, klare Farbigkeit, wie sie die Natur vorgibt, habe ihn fasziniert, sie finde sich in seinen Bildern wieder. Dagegen habe er oft nicht die Proportionen der Schiffe so wiedergegeben, wie er es im Sinne der Kunden eigentlich hätte tun müssen.
Claudia Thoben begrüßte gestern auch den Enkel des Malers, Hans-Peter Schmidt. Musikalisch umrahmt wurde die Matinee von Klaus Ignatzek aus Oldenburg, einer der ganz großen Jazzpianisten in der europäischen Szene.
Die Bilder im Palais sind bis zum 22. Oktober zu sehen, dienstags bis freitags und sonntags von 10 bis 17 Uhr, sonnabends von 14 bis 17 Uhr. Die Ausstellung wird gefördert durch die Gemeinde Rastede, durch den Landkreis Ammerland und durch die Oldenburgische Landschaft mit Mitteln des Landes Niedersachsen.
