RASTEDE - „Bitte zeichne mir ein Schaf“, bat einst der kleine Prinz in Antoine de Saint-Éxupérys Meisterwerk. Ach, hätte der kleine Prinz seinen Weg doch nach Rastede gefunden, dann wäre er an diesem Wochenende dort im Foyer der KGS auf Künstler getroffen, die ihm seinen Wunsch mit Leichtigkeit hätten erfüllen können. Und mehr als das: Die Ausstellung „Kunst schafft Freu(n)de“ des Vereins Rasteder Künstler gewährte einen Einblick in das farbenfrohe und abwechslungsreiche Spektrum der regionalen Kunstschaffenden. „Wahnsinn, wie unterschiedlich die Künstler alle malen“ , staunten die Betrachter immer wieder. So wie die kleine Antonia, die fasziniert vor einem Werk der abstrakten Malerei saß und dort lauter Gesichter entdeckte.

Neben abstrakten Gemälden zeigten die Maler Landschaftsdarstellungen, Tierbilder, Porträts, szenische Darstellungen. Gemalt wird mit Ölfarbe, Acryl, Pastell- und Ölkreide, Aquarellfarbe, Bleistift und Mischtechnik. Abgesehen vom Steinmetz Thomas Maier-Lyhs, der erstmalig mit seinen Steinskulpturen zu sehen war. Landschafts- und Naturbilder zeigen sich in harmonischer Farbgebung, feine Aquarellbilder bringen Leichtigkeit und Transparenz ins Spiel, gewagte Farbexplosionen setzen heitere Kontraste zum grauen November, die einzelnen Motive führen nach Afrika, auf blühende Wiesen, in kleine Cafés, ans rauschende Meer.

Da fallen die „Körperwelten in Abstraktion“ von Jörg Lehmann aus dem Rahmen. Im perspektivischen Fluchtpunkt der Ausstellung stellen sich die Bilder dem Publikum und der kritischen Diskussion. Lehmann, inspiriert von Gunter von Hagens Körperwelten, wollte die Mischung aus Faszination und Schrecken, die Hagens Ausstellung bei ihm hinterlassen hatte, künstlerisch umsetzen. Er zeigt in seinen Werken das Funktionsspiel von Muskeln, Sehnen und Knochen, von Organen und Bewegungsabläufen und scheut sich nicht, auch die Funktion von Prothesen aufzuzeigen. Sachlich, detailliert, frei jeder Interpretation gibt Lehmann Einblick in das Innere des Menschen.

„Wie macht man das nur?“, fragt mancher sich beim Betrachten der Bilder und staunt. Doch bei „Kunst schafft Freu(n)de“ wird der Vorhang geöffnet und die Besucher schauten den Malern über die Schulter. An vielen Staffeleien wurde fleißig gearbeitet.

Mit größter Selbstverständlichkeit gaben die Maler Auskunft über ihre Maltechniken, verrieten so manche Tricks und gaben bereitwillig Tipps. Peggy Liebenow, Malerin aus Hatten, ließ Interessierte mal selbst an den Pinsel. Die Autodidaktin weiß, wie wichtig es ist, voneinander zu lernen, Wissen weiterzugeben. Sie selbst hat es mittlerweile geschafft, ist bei vielen Ausstellungen dabei und hat schon internationale Liebhaber für ihre Bilder gefunden.

Künstler und Besucher sind zufrieden. Es sieht so aus, dass das Konzept des Vereins für Rasteder Künstler aufgeht. Der 2008 gegründete Verein hat mittlerweile 34 Mitglieder.