RASTEDE - Als Hans Hermann Schlange am 4. März 1945 die Ankunft eines Flüchtlingstransportes aus Ostpreußen auf dem Rasteder Bahnhof verfolgte, konnte er noch nicht ahnen, dass er eines der Mädchen, das hier aus dem Güterwaggon kletterte, später heiraten würde.
Und so hat er seine zukünftige Ehefrau Elfi auch erst zehn Jahre danach kennen gelernt – bei Brötje in Rastede, wo er Maschinenbau gelernt hat und später als Meister das Logistikzentrum leitete und sie im Verkauf im Inland und im Export die Kunden betreute.
Als beide mit 21 Jahren volljährig waren, heirateten sie – das war am 30. August 1958. Die kirchliche Trauung fand in der Kapelle statt, weil die St. Ulrichs-Kirche gerade renoviert wurde (was sich bei der Silbernen Hochzeit wiederholte). Gefeiert wurde zu Hause, wofür alle Zimmer ausgeräumt wurden. Drei Musiker spielten Blasmusik – aber in den „wilden Jahren“ auch Stücke von Bill Haley.
Am Hirschtorweg bauten sich Elfi und Hans Hermann Schlange ihr Haus. 1964 kam Sohn Jens zur Welt, 29 Jahre später, 1993 heiratete er und bald kamen die Enkelkinder.
Die Familie war die eine Leidenschaft Hans Hermann Schlanges, die andere war die Kommunalpolitik – 35 Jahre lang gehörte er dem Rasteder Gemeinderat an. Das gemeinsame „Hobby“ der Goldhochzeiter ist seit vielen Jahren Texas, wo die (inzwischen verstorbene) Tante lebte.
Am heutigen Ehrentag werden Elfi und Hans Hermann Schlange auch einen Augenblick in der Kapelle verweilen, „die uns doch Glück gebracht hat“.
