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Hobby Ehepaar ist auf den Hund gekommen

RASTEDE - In der Stube der Eheleute Bremer sind Pokale allgegenwärtig. In einer gläsernen Vitrine stehen sie, auf einer Anrichte und selbst auf dem Fußboden. „Es sind mehr als 400“, sagt Helga Bremer. Die Pokale belegen die Erfolge, die sie und ihr Ehemann Gerold mit ihren Teckeln bei Hunde-Ausstellungen in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland verbuchten.

In dieser Woche gesellten sich weitere Pokale dazu. „Unsere Hündin Ronja ist in Dortmund Bundessiegerin geworden“, erzählt Helga Bremer. Auch die Auszeichnung „Beste der Rasse“ ging an den Langhaarzwergteckel, der gerade zwei Jahre alt geworden ist. Bei diesem Wettbewerb musste die Hündin gegen einen fremden Rüden antreten.

Meist gewinnt der Rüde

„Zu 90 Prozent gewinnt hier der Rüde, weil er prachtvoller aussieht.“ Doch gegen Ronja hatte der Rüde das Nachsehen. „An diesen Hund kann keiner rankommen“, lobten die Preisrichter in Dortmund.

Nicht erst seit diesem jüngsten Erfolg sind die beiden Rasteder buchstäblich auf den Hund gekommen – obwohl sie eigentlich nie vorhatten, Teckel zu züchten. „Wir wurden dazu überredet“, erzählt Helga Bremer.

Seit 1976 hatten die Eheleute immer Teckel. „Damals haben wir unseren ersten Rüden von einer Züchterin aus Ipwege bekommen“, erinnert sich Helga Bremer. Richtig gepackt hat die Eheleute die Leidenschaft für Hunde aber erst rund 20 Jahre später.

1993 bekamen sie ihre erste Hündin. „Cessy war von vornherein ein Ausstellungshund, aber das wussten wir zu dieser Zeit gar nicht“, berichtet Helga Bremer. Von vielen Seiten hörte sie damals, wie schön das Tier sei. Als dann eine Zuchtschau im Ammerland stattfand, „sind wir einfach mal hingefahren“, sagt sie.

Die Preisrichter waren begeistert von Cessy und rieten den Rastedern, mit diesem schönen Hund unbedingt zu größeren Schauen zu fahren. Die Eheleute folgten dem Ratschlag und räumten bei einer Ausstellung in Lingen sämtliche Preise ab.

Von diesem Moment reihte sich Erfolg an Erfolg. 1995 kauften Helga und Gerold Bremer die Hündin Kora, die ein Jahr später in Wien Weltjugendsiegerin wurde. „Das war unser bislang größter Erfolg“, blickt die Züchterin auch heute noch stolz zurück.

Im Frühjahr 1997 meldeten die Rasteder ihren eigenen Zwinger „vom Ellernhügel“ an und ließen diesen auch gleich international schützen. Der erste Wurf von Hündin Cessy aus eigener Zucht erblickte dann im Oktober 1997 das Licht der Welt.

„Wenn die Welpen geboren werden, sind sie noch sehr empfindlich und wärmebedürftig“, weiß Helga Bremer. Sie findet es besonders faszinierend, die Tiere heranwachsen zu sehen, zumal in einem Wurf jeder Welpe anders sei.

Nicht alle Teckel können die Eheleute, für die das Züchten auch heute immer noch Hobby ist, jedoch selbst behalten. Weltweit verkaufen sie die Hunde. „Anfang 2004 haben wir unseren Rüden Hanno an eine Privatperson in Tokio verkauft“, erzählt Gerold Bremer. Gemeinsam mit seiner Familie kam der Japaner damals eigens nach Rastede, um den Teckel abzuholen.

Der persönliche Kontakt ist den Eheleuten ohnehin wichtig. „Ich schaue mir die Leute genau an, die unsere Hunde kaufen“, betont Helga Bremer. Und manchmal lehnt sie einen Verkauf auch ab.

Den Eheleuten ist es wichtig, ihre Teckel in guten Händen zu wissen. Schließlich ziehen sie die Tiere mit viel Liebe auf und haben große Freude an den Hunden. „Das sind ganz liebe Gesellen“, sagt Gerold Bremer.

Noch zwei Ausstellungen

Er wird in diesem Jahr noch zu zwei Ausstellungen fahren – nach Stuttgart und Brüssel. Währenddessen kümmert seine Frau sich daheim um die Welpen und jene Teckel, die sich nicht der Konkurrenz auf den Schauen stellen.

Vielleicht bringt Gerold Bremer dann auch weitere Pokale mit zurück nach Rastede. Für die müsste das Ehepaar dann aber erst einmal Platz schaffen in der Stube.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede
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