RASTEDE - Aus heutiger Sicht klingt es beinahe unglaublich: Einst galten die Mitglieder des Heimatvereins Rastede nämlich als Hausbesetzer, wie es in den 1970er Jahren der damalige Gemeindedirektor Konrad Ullrich formuliert haben soll.

Im Mühlenhof durften sie damals zwar tanzen, aber dass sie die alte Hofstelle auch wieder bewohnbar machen wollten, schien dann wohl doch zu viel des Guten zu sein. Der Mühlenhof sollte abgerissen werden und dagegen wehrten sich die Mitglieder des Heimatvereins.

Von 1976 bis 1979 wurde deshalb sogar ein Baustopp verhangen. Später gab es dann aber doch grünes Licht, die Gemeinde gab sogar Geld und die Mitglieder des Heimatvereins arbeiteten vier Jahre lang jeden Sonnabend am Mühlenhof.

Noch heute existieren unzählige Dia-Aufnahmen aus jener Zeit, als der Mühlenhof wieder aufgebaut wurde. Daran erinnerte der Vorsitzende des Heimatvereins, Gerhard Hass, am Montagabend in der Jahreshauptversammlung in seinem Dia-Vortrag. Die alten Aufnahmen sollen nun offenbar nach und nach gesichtet werden und für einen ausführlichen Vortrag zusammengestellt werden.

In der Jahreshauptversammlung wurde Hass als Vorsitzender ebenso wiedergewählt wie Kassenwart Werner Piepersjohanns. Neu gewählt wurde Beisitzer Klaus Bruns, der das Amt von Heino von Seggern übernimmt.

Hass erinnerte in seinem Jahresrückblick an die Erneuerung der Toranlage, die dank der Unterstützung von Sponsoren realisiert werden konnte. Darüber hinaus sei es jedoch ein insgesamt ruhiges Vereinsjahr gewesen.

Die verschiedenen Gruppen im Heimatverein berichteten im Anschluss von ihren Aktivitäten. Viele Auftritte hatte zum Beispiel die Kindertanzgruppe, die derzeit 18 Mitglieder zählt. Immer mittwochs üben Agnes Klare und Annegret Ahlers ab 16 Uhr mit dem Nachwuchs im Mühlenhof. Interessierte sind hier stets willkommen.

Über Zuwachs freute sich die Akkordeongruppe, deren Mitgliederzahl von sieben auf zwölf stieg. Insgesamt gehören dem Heimatverein im Übrigen rund 380 Mitglieder an.

Aktiv sei die Gruppe Spinnen und Weben gewesen, die unter anderem einen alten Webstuhl wieder in Schuss setzte. Ein Höhepunkt war auch die Teilnahme verschiedener Gruppen am Volkstanzfest auf Wangerooge.