RASTEDE - Vier Jahre lang hat sie sich in der Kirchengemeinde Rastede und auch im Kirchenkreis Ammerland engagiert, jetzt nahm sie Abschied: Pastorin Dr. Uta Andree, die vor vier Jahren als Berufsanfängerin ihren Dienst in Rastede antrat, wechselt nach Hannover – bei der EKD wird sie die Position einer Oberkirchenrätin bekleiden und hier das Referent Lateinamerika übernehmen.

Das Thema Frieden stellte sie in den Mittelpunkt ihres Abschiedsgottesdienstes am Sonntagabend in der St. Ulrichs-Kirche, in der kein Platz mehr frei war – so viele Menschen wollten sich von der beliebten Pastorin verabschieden. Und beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus riss die Kette der Menschen, die ihr die besten Wünsche für den weiteren Weg aussprachen, nicht ab.

„Was gibt es besseres als sich zu einem Zeitpunkt zu verabschieden, an dem alle Menschen traurig dabei sind“, meinte Kreispfarrer Lars Dede. Er würdigte das Engagement der scheidenden Pastorin in der Kreissynode und im Kreiskonvent, in der Landessynode und im Kirchenausschuss und damit in der Kirchenleitung – „ohne die Pflichten in ihrer Heimatgemeinde zu vernachlässigen“. Michael Kusch, geschäftsführender Pfarrer in Rastede, dankte Uta Andree ebenfalls herzlich. Am 9. November 1918 habe Kaiser Wilhelm II. abgedankt und sei ins Exil gegangen. Genau 70 Jahre später verlasse Uta Andree das liebens- und lobenswerte Rastede, um in ein anderes „Exil“ zu wechseln – möge sie hier „der Stadt bestes suchen und für sie beten“.

„Nicht nachvollziehen“ mochte Bürgermeister Dieter Decker die Entscheidung der Seelsorgerin, nach Hannover zu gehen – er habe die Stadt schließlich vor vier Jahren verlassen. Decker stellte heraus, dass sich Uta Andree in der kurzen Zeit ihres Wirkens in Rastede Sympathie, Anerkennung und Achtung erworben habe. Zur Erinnerung an Rastede überreichte er ihr die neue Gedenkmedaille, in die auch die St. Ulrichs-Kirche eingraviert ist: „Sie können sie ja so lange umhängen, bis sie das Bischofskreuz bekommen.“

Die scheidende Pastorin erklärte, dass sie Rastede nur ungerne verlasse, so sehr sie sich auch auf die neue Aufgabe freue. Sie dankte allen Gemeindemitgliedern, die Verständnis für ihren Schritt gezeigt haben, „mir Segenswünsche auf den Weg gaben und mir auf diese Weise den Rücken gestärkt haben“.

Bilder vom Abschied unter www.NWZonline.de/fotogalerie-ammerland