RASTEDE - RASTEDE - Zum elften Mal in Folge veranstaltete der Lions Club Rastede sein Frühlingskonzert in der Neuen Aula. Das junge Klarinettenensemble TRIODeVIENNE präsentierte ein gleichermaßen abwechslungsreiches wie spannendes Programm.
Mit Georg Friedrich Händels Ouvertüren-Suite in D-Dur gestaltete sich der Beginn festlich. Ganz nebenbei erfuhr das Publikum der vollbesetzten Aula, dass der Komponist und Wahl-Londoner als einer der ersten die spezifischen Qualitäten der Klarinette erkannte und für sie schrieb. Auch über Mozarts Begeisterung für das Holzblasinstrument berichtete Ákos Hoffmann informativ und zugleich unterhaltsam.
Zu hören gab es von Mozart das Divertimento Nr. 4 (KV 439b), welches für die selten zu erlebende Besetzung mit drei Bassetthörnern, deren Klang sich besonders durch seine weiche Färbung auszeichnet, komponiert wurde.
Über Felix Mendelssohn-Bartholdys Konzertstück Nr. 1 in f-Moll wusste Hoffmann eine heitere Anekdote zu berichten: Der damals berühmte Klarinetten-Virtuose und begnadete Hobby-Koch Heinrich Baermann versprach, ihm seine geliebten Dampfnudeln zuzubereiten, wenn er als Gegenleistung eine Komposition erhielte. Tatsächlich entstand aus diesem „Wettbewerb" ein Werk, in dem Mendelssohn innigen Gefühlsausdruck und brausende Virtuosität kunstvoll miteinander verbunden hat. In Carl Maria von Webers Concertino op. 26 spielte Pianist Christian Ruvolo ganz im Sinne des Werkes mal als äußerst sensibler Begleiter, mal als virtuoser Partner der Klarinetten.
Mit ihrer offensichtlichen Spielfreude zogen Elke Aufschläger, Ákos Hoffmann und Sebastian Manz die Zuhörer mühelos in ihren Bann. Gerade die Leichtigkeit und Vielfalt ihres Spiels hinterließ einen bleibenden Eindruck.
In Jenö Takács (1902-2005) Fünf Stücken für drei Klarinetten verliehen sie jedem Satz einen ganz eigenen Charakter. Dabei hatte es die geistreiche Persiflage eines Wiener Walzers (Cariprice) dem Publikum besonders angetan.
Mit zwei Bearbeitungen aus Astor Piazzollas Histoire du Tango und dem berühmten Samba-Stück Tico Tico von Zequinha de Abreu unternahmen die Musiker einen Ausflug in das Genre der gehobenen Unterhaltungsmusik.
Den Abschluss eines gelungenen Konzertabends bildete das überschäumende Quartuor von Jean Françaix (1912-1997).
