RASTEDE - Röslers Gesundheitsreform, die Wikileaks oder auch die vielen Probleme des Herrn von und zu Guttenberg: Die Spitzen gegen Politik und Gesellschaft sitzen allesamt treffsicher und begeistern das Publikum in der Neuen Aula.

Die Arbeitsgemeinschaften „Kabarett Ante Portas“ und „Jazzband“ der Kooperativen Gesamtschule (KGS) haben am Donnerstag und Freitag zu den Kabarett-Abenden eingeladen. Rund 700 Zuschauer verfolgen das abendfüllende Programm „Trotzalledem – Ein bisschen gute Laune hier!“.

Monotone Flugansagen bekommen ebenso ihr Fett weg wie die Deutsche Bahn oder der Bundesverteidigungsminister. Da wird zum Beispiel in einem Sketch für eine Fahrt mit dem Afrika-Express nach Wilhelmshaven geworben: „Wir stellen die Klimaanlage aus und eine Palme mit Plüschaffen sowie Actionfiguren afrikanischer Diktatoren auf.“

Im Burger-King-Hospital verspricht Schwester Sieglinde 30 Prozent Ermäßigung auf den Krankenhausaufenthalt, wenn der Patient an einer Gruppen-OP teilnimmt. Und wenn die Kreditkarte des Patienten nicht funktioniert, wird dieser auch mal aus der Narkose geweckt und gefragt, ob er nicht mit einer Niere zahlen möchte.

Sebastian Katzer sinniert in einem Monolog über Informationslecks, die Wikileaks. Er fragt sich, wie viele Unterrichtsstunden wohl ausfallen, weil sein Lehrer immer mittwochs zehn Minuten zu spät erscheint. Und warum das Mädchen mit dem großen Ausschnitt eine bessere mündliche Note erhält.

Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg wird bei den KGS-Schülern zum Guttenbond, der sich zum „Retter der Welt“ erklärt. Natürlich nicht, ohne vorher die „Operation Ossipussi“ zu starten und „Liebesgrüße aus Kabul“ zu verschicken. In einem Sketch zu Killerspielen auf dem Computer versichert er zudem, dass es sich bei „Battlefield“ nicht um ein Kriegsspiel, sondern um die Simulation eines bewaffneten Konfliktes handele.

Abschied nehmen heißt es unterdessen für Rainer Pauleit. Der Lehrer erklärt in einem Sketch, was er im Ruhestand mit seiner Zeit anfangen wolle. „Ich geh’ unter die Sprayer“, sagt er. Ans Rathaus wolle er die Abkürzung FDP sprühen: Freiheit den Plakaten. Hintergrund: Die Gemeinde hatte erlassen, dass in der Schule an Fenstern und Wänden keine Plakate mehr angebracht werden dürfen. In einer bewegenden Abschiedsszene überreichen die Schüler ihm ein Bild der Gruppe.

Stimmungsvoll und mit viel Spielfreude weiß auch die Jazzband zu gefallen.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede