RASTEDE - Anfang der 90-er Jahre hat er ihn kennen gelernt, am Rande einer Fernsehproduktion. „Und wir haben uns von Anfang an gut verstanden“, erinnert sich Ralf Seßelberg, Inhaber der Agentur „PromEvent“, an die erste Begegnung mit Ivan Rebroff, den Sänger, der „die russische Seele nach Deutschland gebracht hat“. Am 27. Februar dieses Jahres starb Rebroff im Alter von 76 Jahren.

Ralf Seßelberg hat seit 1995 mit ihm zusammengearbeitet, 1996 die erste große Tournee organisiert und ihn seitdem bei nahezu allen Konzerten begleitet. Nur in Rastede ist der Star niemals aufgetreten. Fünfmal war er angekündigt, fünfmal musste er krankheitsbedingt und kurzfristig absagen, „was ihm ungeheuer leid getan hat“, betont Seßelberg.

Die Verbundenheit mit Rastede drückt Rebroff, der mit bürgerlichem Namen Rolf Rippert heißt, aber auch nach seinem Tod aus. Seinen Nachlass hinterließ er seiner Managerin – mit Auflagen: Persönliche Requisiten sollten denen zukommen, mit denen er lange zusammengearbeitet hat. Und so erreichte Seßelberg jetzt ein Paket mit dem Kostüm und den Stiefeln des Sängers, die er bei den meisten Konzerten getragen hat. „Das Kostüm wird einen Ehrenplatz erhalten“, kündigte Seßelberg an, in dessen Agentur „so ganz langsam eine Art Museum entsteht“. In den Vitrinen finden sich u.a. handsignierte Erinnerungsstücke der Familie Jackson, das Notenpult von Rene Kollo, die Sonnenbrille von Colani, der „Williball“ der Nationalmannschaft, ein signiertes Buch von Marcel Reich-Ranicki, ein Schatzkästchen von Erzbischof der Ukraine und eine Osterkarte vom Papst.

Mit Rebroffs Kostüm, für das eine neue Vitrine aufgestellt wird, verbleiben viele Erinnerungen an den Star, „der auf alle Menschen zugegangen ist, der mit seiner Erscheinung Respekt eingeflößt hat, der aber ausgesprochen freundlich war“, blickt Seßelberg zurück.