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Nachruf Trauer um Gedächtnis Rastedes

Rastede - Trauer um Margarethe Pauly: Die langjährige Leiterin des Rasteder Gemeindearchivs ist am vergangenen Freitag im Alter von 80 Jahren unerwartet verstorben. Sie galt als das Gedächtnis Ras­tedes. Seit Jahrzehnten machte sich Margarethe Pauly um die Kultur- und Heimatpflege sowie die regionale Forschung des Oldenburger Landes verdient. Im Herbst 2016 war ihr aus diesem Grund das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens verliehen worden.

„Margarethe Pauly ist mit großem Einsatz in ihrer Arbeit aufgegangen“, würdigte Bürgermeister Dieter von Essen das große Engagement der Verstorbenen. Sie habe in großem Maße dazu beigetragen, dass die Geschichte Rastedes und des Oldenburger Landes vielen Menschen näher gebracht worden ist, indem sie ihr Wissen als Autorin weitergegeben hat.

Riesiger Verlust

Noch in der vergangenen Woche arbeitete Margarethe Pauly im Gemeindearchiv, das sie seit 1990 ehrenamtlich leitete. Mit Dr. Friedrich Scheele (Projektentwickler bei der Residenzort Rastede GmbH) waren zwei weitere Projekte in Buchform geplant. „Ich bin fassungslos und traurig“, sagte Scheele am Mittwoch. Er war seit vielen Jahren eng mit der Gemeindearchivarin befreundet. Ihr Tod sei ein „riesiger Verlust für Rastede und das Oldenburger Land“. Mit der Gemeindeverwaltung müssten jetzt auch zeitnah Gespräche über die Zukunft des Archivs geführt werden.

Für Ende Mai war die Vorstellung ihres neuen Buches angekündigt. Dazu hatte bereits der Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur und Heimatkunde eingeladen. Margarethe Pauly war auf Handschriften mit Erinnerungen von Gottlieb Bosse gestoßen, der als Neffe des für die Rasteder Anlagen zuständigen Hofgärtners Carl Ferdinand Bosse und als Sohn des unter anderem an der Anlage des Oldenburger Schlossgartens leitend beteiligten Hofgärtners Christian Ludwig Bosse Aufschlussreiches über die Bedingungen, unter denen die Gartenanlagen entstanden und gepflegt wurden, zu sagen hat.

Margarethe Pauly stammte mütterlicherseits aus einer der ältesten Rasteder Familien, wie sie 2016 anlässlich der Verleihung des Verdienstkreuzes berichtete. Für Geschichte interessierte sie sich schon immer, nahm deshalb 1960 auch ein Lehramtsstudium mit dem Hauptfach Geschichte an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg auf.

Dem Staatsexamen 1964 folgte die Tätigkeit im Schuldienst. 1970 ging sie mit einer Abordnung des Auswärtigen Amtes für fünf Jahre nach Südchile, wo sie an der Umsetzung diverser Hilfs- und Entwicklungsprojekte beteiligt war. Später nahm die damals 37-Jährige parallel zum Schuldienst in Wiefelstede ihr Studium zur Realschullehrerin in Geschichte und Geografie an der Uni Oldenburg auf.

Wie eine Detektivin

Nach der Rückkehr aus Chile war ihr Interesse an der Historie Rastedes geweckt. Als sie Mitte der 80er Jahre begann, im Archiv zu arbeiten, suchte sie alte Rasteder Familien auf. Fotos, Dokumente und anderes mehr trug sie zusammen. Ein anderer Schwerpunkt war die Geschichte des Rasteder Schlosses und des Hauses Oldenburg. Dafür erhielt sie Zugang zu den Archiven des Herzogs.

Ein Höhepunkt ihrer Arbeit war, als sie Nachkommen von Herzogin Friederike von Oldenburg in Österreich aufspürte. Deshalb sagte sie auch, dass sie sich bei ihrer Arbeit im Archiv oft wie eine Detektivin vorkomme.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede
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