Rastede - Glück und Freude kommen so gut wie nie vor, die Arbeiten seien stattdessen „sehr düster“, sagt Dr. Claudia Thoben. Die Palais-Leiterin spricht über die Zeichnungen des Rasteder Künstlers Thomas Rautenberg, die ab diesem Sonntag ausgestellt werden (siehe Infokasten). Und obwohl die Arbeiten den Betrachter fast ausnahmslos in die Welt der grau-schwarzen Töne entführen, gehen sie doch ans Herz, findet Claudia Thoben.

Thema der Ausstellung ist der in seiner Gefühlswelt gefangene und tief verstrickte Mensch. Die Figuren sind oft nur auf den Kopf reduziert, aus dem die Augen hervorstechen und den Betrachter schonungslos fixieren. Die Gesichtsformen sind übernatürlich langgestreckt, teils verzerrt und deformiert. Wie zu Masken erstarrt erscheinen die Gesichtszüge, die den Moment eines tief empfundenen Gefühls spiegeln.

Sonntag Eröffnung

Die Ausstellung „Zeichnungen“ mit Arbeiten des Rasteder Künstlers Thomas Rautenberg wird an diesem Sonntag, 12. Januar, im Palais, Feldbreite 23, eröffnet. Die Vernissage beginnt um 11.15 Uhr. Palais-Leiterin Dr. Claudia Thoben wird die Gäste begrüßen, Christa Kaiser (Oldenburg) anschließend in die Ausstellung einführen. Erich A. Radke sorgt auf der Konzert-Gitarre für den musikalischen Rahmen.

Bis zum 1. März kann die Ausstellung besucht werden. Geöffnet ist mittwochs bis freitags sowie sonntags jeweils in der Zeit von 11 bis 17 Uhr.

„Der Betrachter wird unmittelbar mit diesen Gefühlseindrücken konfrontiert“, sagt Claudia Thoben. Hoffnungs- und Ratlosigkeit, Entsetzen, Wut, Stolz, Traurigkeit und Verzweiflung, innige Zuneigung und Entfremdung – all diese Empfindungen begegnen dem Betrachter des in Rastede lebenden Künstlers. Die Ausdrucksformen reichen von der zarten und detaillierten Ausführung bis zur expressiven Pinselführung.

Thomas Rautenberg hat die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film absolviert und war dann in Frankfurt als freier Autor für Kulturprogramme im deutschen Fernsehen und für ARTE aktiv. In seinen Filmen setzt er verstärkt Gestaltungsmittel ein, die auf selbst gedrehtem Filmmaterial und auf seinen Arbeiten in den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Collage basieren, heißt es in der Ankündigung der Ausstellung. Beim Wettbewerb „LiteraVision“ der Stadt München wurden seine Arbeiten drei Mal prämiert.

Seit 2000 wendet Rautenberg sich verstärkt der Malerei zu. Die aktuelle Ausstellung im Palais zeigt erstmals einen größeren Querschnitt durch die Produktionen des 72 Jahre alten Künstlers.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede