RASTEDE - Die Hochzeitspaare und ihre Gäste gaben sich die Klinke in die Hand. Der Küster hielt derweil die Ellernrede – was zuvor niemand wissen durfte.
von wolfgang müller
RASTEDE - Hätte Maik Schneider, Küster an der St.-Ulrichs-Kirche, im Frühjahr gewusst, dass am 9. September sechs Trauungen gewünscht waren, hätte er sich vermutlich dreimal überlegt, ob er das Amt des Ellernredners annimmt. So aber gab es kein Zurück mehr – und Maik Schneider musste organisieren und gleichzeitig streng geheim halten, warum er an genau diesem Tag verhindert war.„Der Dienstherr war schon ein wenig verwundert“, erklärte Schneider, „aber das hat sich ja hinterher aufgeklärt“. Petra Gerdes, seine offizielle Vertreterin, half am Sonnabend, ebenso Margot Trump, die immer zur Stelle ist, wenn Hilfe benötigt wird.
Bei einer der Trauungen wurde der Arzt zum Küster. Für seine Freunde Babette Courth-Hullmann und Ulrich Ochmann übernahm Dr. Andreas Brüning gerne das Amt und war hinterher erstaunt, „wieviel da eigentlich zu tun ist“.
Der gesamte Ablauf der kirchlichen Trauung sollte überwacht werden, vorher mussten die Gesangbücher weggeräumt werden (weil Liederhefte auslagen), er musste zum richtigen Zeitpunkt die Glocken läuten (per Fernbedienung mit drei Knöpfen), dafür sorgen, dass die Blumenkinder erst draußen streuen, hinterher die Kirche aufräumen und so herrichten, dass sofort die nächste Trauung stattfinden kann. „Aber es hat Spaß gemacht“, resümierte der Mediziner nach dem kirchlichen Dienst.
Übrigens hatte Maik Schneider auch seiner „Hydrantenkapelle“, mit der er auftrat, nicht verraten dürfen, für wen sie die vielen Titel intonieren sollte, die die Rede würzten. Dass sie für den oder die Ellernredner/in waren, ließ er wissen – doch dass er schließlich diese Rolle übernahm, war die ganz große Überraschung.
