RASTEDE - Die Theater-AG überzeugte. 360 Zuschauer besuchten die beiden Aufführungen in der Neuen Aula.

VON ALEXANDER VON ESSEN

RASTEDE - Über zwei gelungene Theaterabende kann sich das Improvisations-Theater der KGS Rastede freuen. Das Stück „Before Faust oder Kräutertee und Mortadella" brachte die Zuschauer in der Neuen Aula so manches Mal zum Lachen.

Das Stück zeigte, wie es vielleicht sogar im realen Leben hinter den Kulissen eines Theaters aussieht: eine verzweifelte Regisseurin, die auch mal zu Träumen wagt, verunsicherte und mehr oder weniger fähige Schauspieler und ein viel beschäftigter Intendant und seine Alltagssorgen. Dazu noch eine Hand voll hektischer Maskenbildnerinnen und träger Bühnenarbeiter und das Desaster scheint perfekt.

Das selbst geschriebene Stück der Arbeitsgemeinschaft strahlte einen besonderen Charme aus und begeisterte das Publikum. Eine etwas außergewöhnliche „Casting-Bewerberin" (Freia Kuper) eröffnete das Theater durch eine beruhigende „Kräutertee-Meditation".

Aber die entspannende Stimmung hielt nicht lange an. Als sich der Vorhang öffnete, erfüllte ein lautes Durcheinander den Saal. Im Stück besichtigte die Regisseurin, gespielt von Maike Suhr, gerade ihren neuen Arbeitsplatz und nahm ersten Kontakt mit den neuen, netten aber gewöhnungsbedürftigen Kollegen aus Maske und Garderobe auf. Eine weitere Szenen drehte sich um das Casting neuer Schauspieler für das geplante Stück: Faust. Die Regieassistenz, gespielt von Johanna Buschmann, hat die eigenartigsten Bewerber vor sich sitzen und gibt sich alle Mühe, die besten Kandidaten für das geplante Stück heraus zu suchen. Unter den Bewerbern für das Stück findet er von der Diva „Nummer 1" (Carolin Köne) über eine amerikanische Einwanderin (Mareike Petznik) bis hin zur nervösen Kandidatin mit Nasenbluten (Jana Mann) alles, nur nicht die perfekten Schauspieler. Am Ende bleibt aber keine Wahl, alle müssen auf Grund von „Kandidatenmangel" engagiert werden.

In der wohl emotionalsten Szene des Theaterstücks wird von den jungen Darstellern der Traum der Regisseurin inszeniert – bis der gestresste Intendant (Kai Bunjes) den Traum vom perfekten Theater beendet.

Das sich die Arbeit der Theater-AG gelohnt hat, zeigte der Applaus der 360 Zuschauer, die an den beiden Abenden das Stück gesehen hatten. „Before Faust" wird noch einmal bei den „Rasteder Kulturtagen" im Palais und bei den „Schultheater- Tagen 2006" im Oldenburgischen Staatstheater gezeigt.