RASTEDE - Erwachsene und Kinder brachten ihre Ideen zu Papier. Die erste eingereichte Geschichte trägt den Titel „Bin ich Rastederin?“.
von anja rohde
RASTEDE - Margit Tiemann hatte die Idee zu dem Buch „,Rasteder‘ schreiben eine Geschichte“: „Wir fahren jeden Tag zweimal von unserem Wohnsitz in Oldenburg nach Rastede. Da denkt man über vieles nach“, sagt die Geschäftsinhaberin, die gemeinsam mit ihrem Mann Jochen Tiemann die Buchhandlung in Rastede betreibt.Anlass für die Überlegungen, die das besondere Lesevergnügen zum Ergebnis hatten, ist das 20-jährige Bestehen, das die Buchhandlung in diesem Monat feiert. Mit Aushängen und Flyern hatten die Tiemanns das Buchprojekt bereits seit Februar beworben. Mit ihnen forderten sie Rasteder Bürger auf, eine Geschichte zu schreiben. Thema und Länge blieben den Hobby-Autoren freigestellt. 40 Geschichten wurden eingereicht. Alle wurden nun, mit Spiralbindung zusammengefasst, veröffentlicht und sind für eine Schutzgebühr von 5 Euro im Buchladen zu haben. Jeder Autor, der einen Text beigesteuert hat, hat ein Exemplar kostenlos erhalten.
„Ganz unterschiedliche Leute“ seien dem Aufruf gefolgt und hätten ihre Geschichten im Buchladen „nach und nach“ abgegeben, berichtet Margit Tiemann. „Bin ich Rastederin?“ lautet der Titel der ersten Geschichte, die eingereicht worden war, sagt sie. Neben Schulklassen hätten auch Erwachsene ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und Geschichten zu Papier gebracht. Unter anderem aus Metjendorf, Wahnbek und Rastede seien die Geschichten-Schreiber gekommen, sagt die Geschäftsinhaberin.
Auch Sophie Becker (10) aus Metjendorf, Nils Boelsen (11) und Lasse Muscheites (10), beide aus Rastede, haben sich in der Veröffentlichung mit ihren Texten wiedergefunden. „Meine Geschichte steht auf Seite 19“, sagt Nils, der schon immer Spaß am Schreiben hatte, nicht ohne Stolz. „Die Klassenfahrt“ heißt der Text, zu dem er durch eine gemeinsame Reise mit seinen Eltern nach Berlin angeregt worden war. Sophie erzählt in „Der neue Hund“ von einem Jungen, dessen Hund stirbt. Und Lasse macht es in „Der Einbruch“ richtig spannend: „Ich habe mich daran erinnert, dass ein Junge mal in einen See im Winter eingebrochen war. Die Geschichte geht aber gut aus“, sagt er.
Lasse, Nils und Sophie waren durch ihre Lehrer zur Teilnahme aufgerufen worden. „Unsere Lehrerin hatte hinterher so einen Stapel in der Hand“, berichtet Sophie und hält ihre Hände einen Spalt weit auseinander. In ihrer Klasse seien alle Geschichten bei der Buchhandlung eingereicht worden. Lasse und Nils hatten sich durchsetzen müssen: Nur drei Texte je Klasse gingen an die Tiemanns. Die Auswahl erledigten die Schüler selbst. „Alle Geschichten wurden vorgelesen und dann wurde für die Beste abgestimmt“, erläutert Nils das Verfahren. Für alle drei ist klar: Das Buch mit ihren Geschichten erhält einen Ehrenplatz in ihren Zimmern.
