Regensburg - Die Regensburger Domspatzen genossen in der NS-Zeit die besondere Zuwendung von Adolf Hitler (1889–1945), die er sich auch viel Geld kosten ließ. Das geht aus einer am Donnerstag in Regensburg vorgestellten Studie des Historikers Roman Smolorz hervor. So habe Hitler persönlich den Anstoß für eine Weltreise der Domspatzen gegeben, die 1937 stattfand. Seit diesem Jahr gewährte er dem Chor außerdem bis 1945 einen „Führerzuschuss“ von zuletzt 12 000 Reichsmark.
Hitler empfing die Domspatzen zweimal auf dem Obersalzberg und wollte auch, dass sie auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg singen. Welche persönlichen Motive hinter Hitlers Zuneigung zu den Domspatzen steckten, dazu schwiegen die Quellen, sagte der Autor. Der Vorsitzende des Domchorvereins, Marcus Weigl, sagte, in der 1000-jährigen Geschichte der Domspatzen zähle die NS-Zeit „sicherlich zu den dunkleren Kapiteln“.
