Cloppenburg - Mit einem literarischen Blick von außen die eigene Region besser kennenlernen – dies war das Ziel des diesjährigen „Literarischen Landgangs“, deren Ergebnisse die Autorin Marion Poschmann am Donnerstagabend im Dorfkrug des Museumsdorfs vorstellte.
„Wir möchten das Oldenburger Land in die Literatur holen“, betonte Monika Eden, Leiterin des Oldenburger Literaturbüros, die die Autorin auf ihrer Lesereise begleitet. Durch literarische Reiseberichte möchte die Organisatorin den Zuhörern und späteren Lesern der Prosatexte und Gedichte einen neuen Blick auf die Städte und Gemeinden sowie die Natur ermöglichen.
Die Berliner Schriftstellerin Marion Poschmann war im vergangenen Herbst im Rahmen ihres „Landgang-Stipendiums“ mit dem Fahrrad auf Entdeckungsreise durch das für sie bis dahin völlig unbekannte Oldenburger Land gegangen. Das Reise-Stipendium war zum zweiten Mal vom Literaturbüro Oldenburg und der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen vergeben worden.
Dabei machte sie Station in Oldenburg, Lohne, Brake, Delmenhorst, Jever, Westerstede und auch Cloppenburg. Auf ihrer aktuellen Lesereise stellt sie die Texte vor, die im Bezug zum jeweiligen Ort stehen. „Mich interessiert, was man jenseits der ausgetretenen Pfade erleben kann“, so Poschmann und betonte, dass es nicht darum gegangen sei, einen klassischen Reisebericht mit der Vorstellung der Sehenswürdigkeiten zu verfassen. Vielmehr war sie auf ganz persönlicher Entdeckungsreise vor allem in der Natur, die sie in literarischen Texten mit sanfter Ironie und einem Blick für die kleinen Augenblicke verfasste. So thematisiert sie ebenso die Wegkreuze als „imposante Zeichen, der Materie gewordenen Frömmigkeit“, wie die nur als Geruch vorhandenen zwei Millionen Schweine der Region, die innere Ruhe an den Ahlhorner Fischteichen, die besondere Atmosphäre oder den einsamen Rehpinscher, der in der sonntäglichen Mittagsruhe durch die Fußgängerzone trippelt. „Das Oldenburger Land ist das Land der starken Gerüche“, erklärt die Berlinerin mit einem Schmunzeln und betont, dass sie von ihrem Besuch in der Region total begeistert sei. Die Texte sollen nach Abschluss des fünften Reisestipendiums auch als Buch veröffentlicht werden.
