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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Opern-Premiere: Reiner Klang und bunter Zaubergarten

29.11.2010

OLDENBURG Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ ist keine leichte Kost. Obwohl bekannte Volks- und Kinderlieder wie „Brüderchen, komm tanz mit mir“ oder „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“ Eingang gefunden haben, darf man nicht die hohen Ansprüche verkennen. Humperdinck war Freund und Bewunderer von Richard Wagner – und auch musikalisch wandelt er auf dessen Spuren: „Hänsel und Gretel“ ist „dick“ instrumentiert und von einem lockeren Singspiel weit entfernt.

Romantischer Ton

Die Opulenz und den Wohlklang des Orchestersatzes konnten Thomas Dorsch und das Oldenburgische Staatsorchester fast optimal umsetzen (wenn man von kleinen Trübungen bei den Hörnern absieht), wobei auch die Akustik der Fliegerhalle beste Unterstützung bot. Dorsch hielt die Musik vorbildlich in strömendem Fluss und sorgte für vollen, romantischen Klang. Eine hervorragende Leistung, die die Qualität der Aufführung prägte.

Die Erwartungen an die Regisseurin Andrea Schwalbach (angesichts ihrer fulminanten Inszenierung von Sullivans „Piraten“ in der letzten Spielzeit) erfüllten sich leider nicht. Es war eine hübsche Idee, die Spielfläche mit echten Tannen zu „bepflanzen“ (Ausstattung: Anne Neuser) und den Wald mit verwirrenden Wegweisern bis hin zu Schildern mit dem Zeichen für Notausgang zu bestücken, aber die Waldstimmung kommt nicht recht zum Tragen. Da hätte etwas mehr Theaterzauber, etwa auch durch stärkere Lichtregie, gut getan. Es passiert, zumindest im ersten Teil, zu wenig.

Hänsel und Gretel sind bei Schwalbach keine Kinder mehr, sondern Jugendliche mit coolem T-Shirt und Sonnenbrille. Das beißt sich mit dem Text. Welcher Jugendliche singt schon „Ein Männlein steht im Walde“? Die Mutter kommt wie eine abgetakelte Dame des leichten Gewerbes im knallroten Lackmantel daher. Statt der 14 Engel bringen Eltern ihre Kinder, denen die Augen verbunden sind, und setzen sie im Wald aus. Schwalbach wollte damit die Urangst des Verlassenseins thematisieren.

Kein Backofen

Im zweiten Teil ist wenig von einem Hexenhaus zu sehen, dafür gibt es eine Art Zaubergarten, in dem sich aber kein Backofen, sondern ein riesiges Aquarium befindet, in dem die Hexe am Ende ertrinkt. Die Frage nach dem Warum bleibt offen. Die Hexe entpuppt sich als abgehalfterter Revuetänzer mit Stock und Glitzerfummel. Am Schluss kommt der Vater mit einer Axt und versetzt alle in Angst und Schrecken. Der Charme und das Märchenhafte der Oper bleiben dabei etwas auf der Strecke.

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Mit Katerina Hebelkova (Hänsel) und Mareke Freudenberg (Gretel) standen ausdrucksstarke Sängerinnen zur Verfügung. Das Abendgebet der beiden war ein Höhepunkt, bei dem die Stimmen zu reinstem Wohlklang verschmolzen. Vielleicht ist der Mezzo von Hebelkova inzwischen etwas zu dramatisch für die Partie, aber ihre samtene, leuchtkräftige Stimme bereitete Vergnügen.

Michael J. Pegher lieferte als Hexe eine vergnügliche Show ab. Paul Brady fehlt es als Vater etwas an markantem Volumen, der „Hexenritt“, in dem er die Gefährlichkeit der Hexe schildert, blieb ohne stärkere Wirkung. Marcia Parks gab der verhärmten Mutter entsprechenden stimmlichen Ausdruck.

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