Bad Zwischenahn - Vieles hat sich verändert in den letzten 150 Jahren. Was sich in Bad Zwischenahn in der Zeit getan hat, und wie der Kurort bis vor rund 120 Jahren aussah, das dokumentiert seit Donnerstag im Rathaus eine Ausstellung über „Bad Zwischenahn früher“.

Die Idee zu dieser „Ausstellung der besonderen Art“ hatte Sabine Krüger, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde. Ihre Nachfrage, wer Bilder, Postkarten, Dokumente oder sonst Interessantes hat und zum Gelingen der Ausstellung beitragen möchte, fand reichlich Beachtung: Insgesamt 36 Personen, überwiegend aus Bad Zwischenahn oder der näheren Umgebung, aber auch aus dem Emsland, stellten ihre „Schätze“ zu Verfügung.

Es sei eine „große Ausstellung“ geworden, die an „Alt-Bad Zwischenahn“ erinnere und dazu beitrage, wie es in der früheren Zeit im Kurort oder deren Bauerschaften aussah, stellte Bürgermeister Dr. Arno Schilling heraus. So könnten Eindrücke der Kinderzeit neu erlebt werden.

Es sei die 48. Ausstellung, die im Rathaus präsentiert werde. Musik heimischer Gruppen, wie die der legendären „Four Kings“ oder der Bad Zwischenahner Gruppe „Felicitas“ untermalten die Eröffnungsfeier.

Insgesamt wurden mehr als 500 Objekte zusammengetragen. Bildpostkarten dokumentieren beispielsweise den Kurort zum Ende des 19. Jahrhunderts, und bei vielen Eröffnungsgästen lebte die Erinnerung wieder auf: „Weißt du noch, das ist das alte Rheuma-Sanatorium?“ hieß es zum Beispiel. Wie der Ahrenshof im Jahre 1908, damals noch als Bauernhof, aussah, fand ferner große Beachtung. Alte Stallbücher aus den Vorkriegsjahren belegen, wie die Viehhaltung zur damaligen Zeit belegt wurde, und ein Reisepass des „Deutschen Reiches“, ausgestellt vom „Freistaat Oldenburg“ zählt zu den weiteren interessanten Dokumenten.

Ein Gemälde des Esterweger Arztes Dr. Albrecht Müller vom Zwischenahner Meer bezeugt die Verbindung zum Moorheilbad auf besondere Weise: Es wurde in „Mischtechnik“ mit Moorlauge (Moorbadezusatz) und Aquarellfarben gemalt. Originale des bekannten damaligen Malers Hans Nolting ergänzen die Ausstellung.

Ein Fahrschein für „eine Fahrt von Bad Zwischenahn nach Dreibergen oder umgekehrt“ kostete im Jahre 1959 ganze 60 Pfennige, ist in einem weiteren Dokument zu erfahren.

Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Juli zu den Öffnungszeiten im Rathaus zu bewundern.