Brake - Eine Luxus-Yacht zieht einen weißen Strich auf das strahlend blaue Wasser des Mittelmeers. Die Kamera folgt ihr behutsam und ohne jede Hektik. Eine Szene aus einer TV-Seifenoper? Nein, dafür ist die Musik nicht süßlich genug, bietet das, was in den sich anschließenden 90 Minuten folgt zu viele Informationen, bewegt sich der Mann mit der Kamera allzu sehr jenseits der touristischen Trampelpfade.

Die Yacht auf dem blauen Meer stellt die Eröffnungssequenz des neuesten Films von Rolf Hering dar. Der Braker war im April für drei Wochen auf Mallorca. Und Rolf Hering wäre nicht Rolf Hering, wenn dabei nicht die Kamera im Einsatz gewesen wäre. Das Ergebnis ist an diesem Sonntag, 28. September, ab 15 Uhr im Central-Theater zu sehen.

„Mallorca“ ist Rolf Herings inzwischen 49. Film, und es ist der erste, den er im HD-Video-Format gedreht hat und nun als Blue-Ray präsentieren kann. Die Besucher des Central-Theaters können sich also auf beste Qualität freuen.

Und auf einen Film, der typisch Hering ist. Der Braker schaut genauer hin, wo andere achtlos vorbeigehen. Er liefert mit fundiertem Insiderwissen Hintergrundinformationen, beschert Aha-Erlebnisse – und haufenweise Bilder, die schön, aber nicht geschönt sind. Die Schnitte sind sorgfältig auf die Musik – vorzugsweise Chopin – getaktet. Und das Gesamtpaket macht Lust auf eine Insel, die weit mehr ist als der Deutschen liebste Sonnenbank – oder besser: weit mehr sein kann, wenn man es denn möchte.

Und genau das ist der Grund, warum Hering immer wieder zur Kamera greift. Wie seine anderen Filme ist auch die Mallorca-Dokumentation ein Plädoyer – ein Plädoyer für individuelles Reisen jenseits von Pauschalangeboten mit Animation und Happy Hour. „Das ist mühevoller“, sagt Hering, „aber es ist spannend“.